25.12.2016

Heilig Abend im Sandsturm.


Es ist Heiligabend. Hurra. Man merkt hiervon so richtig gar nix. Es gibt keinen Weihnachtsschmuck bei den Einheimischen oder in den Strassen. 
Wir hören keine Weihnachtsmusik. Kein Internet. Keine Anrufe. Nix in der Richtung. 

Mir ist die Wüste irgendwie zu langweilig. So warm wie ich mir Wüste vorgestellt habe ist es leider auch nicht. 

Für heute sieht der Plan so aus, dass wir noch ein wenig fahren wollen und dann einen Stellplatz in der Wüste suchen. Abends dann ein Lagerfeuer. 
Ich wünsche mir noch ein wenig weitere Gesellschaft und vielleicht ein paar Leute die ähnlich ticken wie wir. Oder halt wieder Internetzugang. Ohne Kommunikation mit Freunden zuhause fange ich an mich ein wenig einsam zu fühlen. 

Jetzt ist es Abend. 

Ich liege alleine im Auto. Die Augen brennen vom Sand und dem Wind den ganzen Tag. Wir sind viel gefahren auf der Suche nach einem guten Stellplatz für den Heiligen Abend. 

Eine halbe Stunde nach dem wir heute morgen losgefahren sind fing es an mit dem Sandsturm. Man konnte noch draussen sein. Es war von den Sichtverhältnissen so wie Nebel. Sichtweite 50 bis 100 Meter. 
Anstrengend zu fahren wenn man dabei noch halb verwehte Pisten suchen muss. 

Wir kommen aber ganz gut durch. Nach 2 Stunden wird es steiniger und die Sicht wird besser. Na endlich. Wir steuern eine Oase an um da vielleicht zu übernachten und hinter den Mauern, Schutz vor dem Wind zu suchen. Irgendwie gefällt es uns nicht. Das Camp in der Nähe hat schwere Feuerschäden und fällt auch aus. Wir diskutieren was zu machen ist. 
Es gibt noch weitere Camps auf der Karte. Gar nicht weit weg und dichter am Erg. 

Wir machen uns auf den Weg. Kurz bevor wir loswollen kommt ein Iveco aus der Schweiz und LKW aus England an die Oase. Wir warten noch ab und plaudern kurz. Viel neues gibt es nicht und der Schweizer redet auch nicht viel. Lass uns mal wieder. Ist ja auch nicht mehr ewig hell. 

Die Touristen Touren mit modernen Geländewagen werden wieder mehr. Hinfahren, Aussteigen, Selfie und wieder weg. 

Die Camps am Anfang vom Erg Chegaga sind mehr so Zeltcamps und für uns nicht zu gebrauchen. Wir suchen uns einen Platz hinter einer Düne um ein wenig Windschatten zu bekommen. 
Volker macht uns ein schönes Feuer. Holz haben wir schon tagelang genug auf den Fahrzeugen. Ich habe keinen Hunger und auch den ganzen Tag habe ich schon nicht richtig was gegessen. Irgendwas schlägt mir auf meine Stimmung und auf meinen Magen. Was nur? 

Volker und ich reden am Feuer darüber. Wahrscheinlich kommt einiges zusammen. 
Ich denke darüber nach ab morgen alleine weiter zu fahren. Wenigstens mal für ein oder zwei Tage. 
Wir sprechen darüber und um so mehr sich der Gedanken festigt umso mehr verschwindet der Druck aus meinem Magen. Nicht das ich dafür gleich Hunger bekomme. Aber irgendwie geht es mir besser. 

Ab morgen geht es also erstmal alleine weiter. 






Fotos: Karen und Volker 

Text und Fotos: Dennis


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