18.12.2016

Ich kenne da eine Abkürzung.


Es passiert jeden Tag so viel. Ich weiss oft gar nicht wie ich das alles in eine Story packen soll. Karen fotografiert fleissig. Volker auch. Ich bin froh dass die beiden dabei sind. Wir sind eine gute Reisegruppe. Wir haben uns eingespielt. Die Tagesabläufe haben eine gewisse Routine bekommen. Das einzige was mich noch stört ist das ich unruhig schlafe. Ich bin nachts oft wach. 


Warum ich schlecht schlafe kann ich noch nicht sagen. Ich fühle mich gut. Normal schlafe ich auch  gut. Auch auf Reisen. 

Ich sollte mir einfach nicht so viele Gedanken darüber machen. 

Also, wie war der Samstag? 

Wir haben Essaouira besucht. 

Als wir in die Stadt kommen, fallen mir sofort die anderen Touristen auf. Das hatten wir in den letzten Tagen kaum und es hat mir auch nicht gefehlt. 

Zwei Männer wollen uns einen Parkplatz verkaufen bzw. vermieten. Das kennen wir schon. Ist wie ein Parkscheinautomat nur ohne Automaten. 
Natürlich erkennen die gleich dass wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs sind und beide einen Platz brauchen. Der für mich ist schnell gefunden. Ich muss nur kurz warten bis der mit dem weissen Audi aus der Lücke rausfährt.
Für den Unimog sind die Lücken zu klein. Die beiden Männer schieben die anderen Autos so lange hin und her bis die Lücke groß genug ist. 

Wir gehen als erstes mit den Hunden an den Strand. Die brauchen ja auch mal Bewegung. Am Strand wird auf mehreren Feldern Fussball gespielt. Es gibt ein „Altherren" Spiel mit über 30 Spielern und Schiedsrichter. 
Dann noch ein kleineres Feld auf dem junge Leute spielen. Einige haben Fussballtrikots an und Fussballschuhe mit Stollen. 
Andere spielen Barfuss. Es gibt auch welche die mit Socken spielen. Der eine hat sogar nur eine Socke an. 
Es riecht die ganze Zeit so doll nach Fisch das ich es sogar riechen kann. 

Ok, lass uns mal in die Stadt. Es gibt so eine Art Altstadt. Mit kleinen Gassen und vielen Geschäften. Es riecht jetzt anders. Und sehr viele Touristen. Nur noch wenige Einheimische. 

Bei vielen Läden gibt es Preisschilder. Das macht es irgendwie einfacher. 

Zu kaufen gibt es die typischen touristischen Mitbringsel. Man kann in Restaurants gehen. Es gibt Café
s. Viele Leute tragen den Lonley Planet vor sich her. Eigentlich wollte ich gar nix kaufen. 
Karen interessiert sich für eine Stoffhose. Typisch Frau. Volker hat auch wenig Kauf Interesse. 

Karen schaut sich in verschiedenen Geschäften um und bekommt ganz unverbindlich alles gezeigt. 
Ich erzähle Volker davon das ich einen warmen Kapuzen Pulli gut finde. So wie ihn die Einheimischen tragen. Also nicht so einen bodenlangen Ganzkörper Umhang sondern einen etwas längeren Hoodie. 

Karen findet nix passendes. 

Volker und ich finden einen Laden der so Hoodies macht. Der Verkäufer ist jung und spricht Englisch und Französisch. 

Ob wir nicht mal reinkommen wollen? Ich sage was mich interessiert. Langer Pullover mit Kapuze. Nein keine Jacke. In Blau. Himmelblau. Mit Tasche vorne. Ja, bitte. 

Er zeigt mir drei Modelle bis ich das richtige Teil in der Hand habe. Super. Karen probiert auch was an. 
Ok, nun geht das wieder mit dem Verhandeln los. Hier im Laden sind keine Preise und vorher hatte ich auch keine gesehen. 
Also dann versuche ich mal mein Glück. Ich senke den Preis ein wenig aber irgendwie ging das zu schnell. Wahrscheinlich wieder zu wenig gehandelt. 
Karen nimmt nix mit. 
Wir bleiben noch lange im Laden und reden. Wo wir noch hinwollen. Was wir uns noch ansehen sollten. Wie wir unterwegs sind. Es wird ein Atlas geholten und wir bereden unsere weitere Strecke. Es sind gute Infos dabei und wir bekommen eine Reiserouten Empfehlung. Das verabschieden dauert lange. 

Ok, das langt dann aber auch. Lass uns mal wieder zu den Autos. 

Oh, schau mal an den Teekannen hängen auch Preise. Ob, wir nicht reinkommen wollen? Volker stellt Fragen zum Material der Kannen. Wir reden über China. Ich frage noch was wegen der Zubereitung. 
Volker und ich kaufen je eine Reisekanne und 6 Gläser. 

So, jetzt aber zurück. 

Lass uns noch mal kurz bei dem Teestand schauen. Karen meint das ich gestern keinen Tee sondern so etwas wie Zitronenverbene gekauft habe. Ich lasse mir beides zeigen und muss ihr Recht geben. 
Was macht ihr in den Tee rein? Ja, dass hier. Also Mint Tea. Ja, ok. Mist. Das war das was ich eigentlich gestern schon gekauft haben wollte. 
Na gut dann packt mir davon mal noch was ein. 

Und dann noch ein paar Mint Kristalle, zum Inhalieren. Bei Erkältung. 

Karen kauft Gewürz für Gemüse Tajine. 

Beide bekommen noch eine Ton Werkzeug um die Hornhaut an den Füssen abzurubbeln. Es ist sehr lustig im Laden und wir lachen viel. 

So, jetzt aber zurück. 

Ich werde schon die ganze Zeit von verschiedenen Frisören angesprochen ob ich mir nicht den Bart rasieren lassen möchte.
Du Karen, sehe ich wirklich so schlimm aus? Ja!

Ok, ab in den nächsten Laden. Er fängt an mir den Kopf zu rasieren. Ich versuche mich zu entspannen. Karen macht Fotos. Im Tv läuft Arabic sucht den Superstar. 
Der Laden hat zwei Stühle. Volker wird gefragt ob er auch möchte. Er verneint. Wir bekommen Tee angeboten. 
Mir wird eine Flüssigkeit auf den Kopf gespritzt und grob einmassiert. Oh ha. Jetzt bloss nicht verspannen. 
Das Rasiermesser bekommt ein Stück neue Klinge und wir mit Feuer heiss gemacht. 
Er fängt an. Ok, der macht es nicht zum ersten mal. Gut. Ruhig atmen und entspannen. Mist, ich habe gar nicht über den Preis gesprochen. Das sollte man doch immer vorher klären. Naja lassen wir es mal rauf ankommen. 
Ob ich den Bart noch geschnitten haben möchte? Ja, klar. 
Beim Bart ist er gründlicher als auf dem Kopf. Am Kopf merke ich später noch kleine Stoppel die sonst erst nach 1 1/2 Tagen kommen. Dann bekomme ich eine Kopfmassage. Auch auf die grobe Art.
Was es denn nun kostet. Er spricht Französisch. Volker meint ich soll geben was es mir wert ist. Ich lege Scheine hin und er meint das doppelte ist richtig. Ok. Hätte ich jetzt noch handeln sollen? Also mehr und länger? Werde ich es noch lernen wie das läuft?

So jetzt aber zurück. 

Karen hast du eigentlich schon was gekauft? Volker und ich hatten ja bei ihr einen Kaufrausch erwartet. Der hat sich nicht eingestellt. Dafür haben wir Männer jeder 2 Tüten in der Hand. 

In der Stadt finden wir einen großen Supermarkt. Auf dem Parkplatz stehen einen halbes dutzend Hippie Camper. Ah ha. Hier sind die also alle. 
Ich kaufe ein paar Sachen die es auf Märkten nicht so oft zu finden gibt. Gemüse ist viel teurer im Supermarkt. Das kaufen wir lieber irgendwo anders. Fleisch ist ja so schon teuer und hier nehmen die noch mehr dafür.

Am Ausgang sehe ich Weihnachtsbäume. Wenn ich so einen nach Hause bringen würde dann würde mich meine Mutter wieder in den Wald schicken um einen anderen zu holen. Zwei Spitzen. Krumm gewachsen. Löcher drin. Und dann sehe ich das Preisschild. 1150 Dirham. Also 100 bis 120 Euro. Je nach Wechselkurs. 


Wir wollen zum Strand. Es wird die letzte Nacht bevor wir ins Landesinnere fahren. 
Irgendwo soll es so Hippie Hochburgen geben. Wir finden die nicht. Ist auch nicht so wichtig. 
Wir kommen durch einen Ort in dem viele Kiter und Surfer sind. Sehen aus wie Hipster.  

Lass uns noch mal woanders schauen. 

Dann finden wir einen Strand an dem ein halbes Dutzend Wohnmobile stehen. Es ist eine Stunde vor Sonnenuntergang und keinen von denen ist draußen. Alle sitzen in den Autos. Meine Abneigung gegen Wohnmobil Fahrer vertieft sich. 

Volker findet einen Strand ein paar Meter weiter. Da sind wir für uns. Volker quatscht sich mit Said fest. Er ist mit einem Esel und seinem Hund Black am Strand. Die beiden reden Französisch. Ok, ich bin raus. Karen kümmert sich um das Essen. Wir machen Feuer und es gibt Gemüse aus dem Dutch Oven. 
Ich versuche mich mit dem Tee. 
Volker hat Said zum Essen eingeladen. Es ist dunkel. Der Sternenhimmel ist großartig. Das Essen schmeckt. Volker wird nach Bier gefragt. Er verneint. Er wird oft nach Bier gefragt an dem Abend.
Nach dem Essen wird es kalt und ich möchte ins Auto. Karen und Volker gehen noch mit den Hunden. 


























































Fotos: Karen und Volker 

Text und Fotos: Dennis


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