26.12.2016

Sieht schlimm aus oder?



Ist es auch. Aber mit Bordmitteln zu reparieren. Hat auch keine halbe Stunde gedauert. 

Was ist passiert?


Ich bin 3 oder 4 Stunden Piste gefahren. Also eine Strecke wie auf den Fotos zu sehen ist. Weicher Sand in dem man hofft nicht stecken zu bleiben. 
Dann Wellblech. Ist nicht schlimm, nervt aber. Dazu noch viele Steine. Man kommt nur langsam vorran. 100 Km dauern da schonmal. 

5 Km vor Foum Zgiud über sehe ich dann einen kleinen Graben. Bzw. ich sehe den zu spät. 
Sonne im Rücken. Da sieht man eh keine Schatten und somit auch keine Absätze. Das Ziel schon länger in Sicht. Vorfreude. Keine Konzentration mehr. 
Ich lege eine Vollbremsung hin. Der Weg war die letzten Meter eher gut und ich konnte schneller fahren. 
Das Auto bekommt einen Schlag und steht weiter Rechts als vorher. Ok, halb so wild. Ich fahre weiter. 
Hä? Was denn mit dem Lenkrad? Das steht schief und das Auto fährt gerade. Äh, doch nicht. Irgendwas stimmt nicht. Sofort anhalten und nachschauen. 
Oh oh. Zum Glück nur die Spurstange. 

Die Spurstange ist vor der Tour neu gekommen und die Köpfe auch

Ich hatte die also schonmal in der Hand. 

Werkzeugkiste raus und die Stange demontiert. 

Wie bekomme ich die jetzt wieder gerade? 

An der Stossstange habe ich so Ösen für Schäkel. Die eignen sich auch zum biegen. Es geht einfach. Ansich ist es ja auch nur ein Rohr in das am Ende ein Gewinde geschnitten ist. 

Eine grobe Einstellung nehme ich auf der Piste vor. 5 Km bis zu Ort kann ich so locker fahren. 

Im Ort gibt es alles was man brauchen könnte. Ich fange mit einem Campingplatz an. So viele Gäste waren hier in der letzten Zeit nicht. Gestern ein Franzose und in den Tagen davon ein Paar aus Deutschland. So ein Anmeldebuch ist schon was schönes. :-) 

Ich bekomme in der Zwischenzeit Tipps zur Feineinstellung der Spur von einem Freund aus Deutschland. (Danke, Dirk)
Da gehe ich morgen mal bei. 

Der Campingplatz ist einfach. Die Dusche ist erfrischend. Weitere Gäste gibt es nicht. Die Toilette ist eine richtige. Passt. 

Nach einer Mittagstunde sehe ich mir zu Fuss die Stadt an. 

Die Leute sind freundlich und grüßen. 

Ich vertrete mir ein wenig die Beine. Dabei finde ich einen Frisör. 

Der Bart könnte mal wieder rasiert werden. Er spricht englisch. Wir reden über Fussball. Es läuft auch Fussball im TV. 
Ein Junge ist vor mir dran. Der ist zu klein für den Stuhl und sitzt auf einem Brett das über die Lehne gelegt ist. 
Er sieht nicht glücklich aus. Der Frisör ist scheinbar ähnlich grob zu ihm, so wie ich es schon erlebt habe. Und der Junge hat Angst vor dem Rasiermesser. 

Ich bin dran. Rasierschaum ist gerade aus oder der Frisör mag das nicht. Einen Pinsel gibt es auch nicht. 
Er nimmt eine Mischung aus Bodymilch und Flüssigseife. Verreibt diese mit den Finger und fängt an zu rasieren. 
Eine neue Klinge hat er wenigstens mal genommen. 

Ich lasse ihn machen. 

Er macht das ja auch nicht zum ersten mal. Und es muss ja nicht alles so sein wie bei uns. Er geht mit der Klinge mehrmals über die selben Stellen. Immer findet er noch irgendwas und fängt wieder an. Das hat er bei den Jungen auch schon gemacht. Ich schaue in den Spiegel. Sieht eigentlich schon ganz gut aus. Am Hals blutet es. 
Er ist noch lange nicht fertig. 
Gegen das Blut bekomme ich eine Flüssigkeit ins Gesicht gespritzt und er reibt einen hellen Stein über mein Gesicht. So einen Stein habe ich auch. Der stoppt die Blutung sofort. 

Also bis auf das Bluten ist die Rasur deutlich besser geworden als die letzte. Auch wenn es sich nicht immer so anfühlte. 

Warum bin ich jetzt erstmal alleine unterwegs?

Volker und Karen wollten noch länger in der Wüste bleiben. Mir hat es da mit dem ganzen Wind und dem Sand im Wind nicht gefallen. Innere Ruhe habe ich auch nicht gefunden. 
Irgendwie diskutieren wir zuviel ohne das einer von uns das möchte. 

Ich fahre also erstmal alleine weiter. Die Möglichkeit haben wir schon bei der Planung ins Auge gefasst. Jedes Team kommt auch alleine zurecht. 

Vielleicht sehen wir uns ja zum Jahreswechsel am Atlantik wieder. 

















Text und Fotos: Dennis


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1 Kommentar:

  1. Moin Dennis,

    frohes Neues Jahr! Wieder in Europa? Ich staune immer über die schönen Fotos, hast Du das vorher schon mal gemacht?
    Dein Defender in der Wüste ist schon eindrucksvoll.
    Portugal ist echt gut, fallst Du noch Lust auf einen kleinen Abstecher haben solltest.
    Bis bald und gute Fahrt!
    Simon

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