06.01.2017

Don´t Pay the Ferry Man


Ich habe mir heute beim Autofahren überlegt ob ich noch einen Abstecher nach Fez mache. Das ginge von Rabat aus. 
Dann kam mir aber die Idee, dass ich mir Portugal auch noch an sehen könnte. Dafür müsste ich aber ein paar Tage früher das Land verlassen. 

Als mir diese Gedanken kommen bin ich noch etwas mehr als 400 Km von Tanger weg. Da ist der Fähranleger. 
Naja jetzt ist 22.09 Uhr und die Fähre legt mit mir ab. 


Das ist mal spontan, oder? 

Ich habe mich wieder für die FRS Fähre entschieden. Hinfahrt 135,- € und die Tour jetzt kostet 126,- €. Warum da ein Unterschied ist weiss ich nicht. FRS hat schon 100 Km vor dem Hafen an der Tankstelle auf der Autobahn eine Verkaufsbude. Ich habe erst in Tanger gekauft. Der junge Man war nett. Sprach ganz gut Englisch und er meint das 1 1/2 Stunden locker ausreichen um noch auf die Fähre zu kommen. Als ich 13 Min an Bord war legte die Fähre auch schon ab. Das ist auf jedenfall locker. 
Ich habe mal nachgefragt ob der Preis an allen FRS Buden gleich ist. Er hat meine Frage erst nicht verstanden. Und als wir es dann hatten (Pantomime für Same Same but Different) meinte er, ja klar. Das ginge ja gar nicht anders weil alle mit dem selben Buchungssystem am Computer arbeiten. 

Das macht den Hype um Carlos seine Vorverkaufsstelle in Spanien noch seltsamer. 

Aber sei es drum. Kurz vom Anleger hat mich ein Mitarbeiter von FRS abgefangen. Ob ich schon alles ausgefüllt habe. Ich soll mal meine Papiere zeigen damit es gleich keine Probleme gibt. Den gelben Zettel muss ich noch ausfüllen. Der macht er für mich. Der andere Zettel in DIN Lang von dem ich noch 2 Stück habe, ist für das Auto. Ah ha. Ok, dann bis da vorne fahren. Ausweis und gelben Zettel im ersten Fenster zeigen. Dann vor fahren und die DIN lang Zettel abgeben. Ok, danke. Das ja freundlich. 
What is with Tip? Ach ja. Sorry man. Hier hast einen Zwannie. Ich muss jetzt los. 

Dann war es so wie er gesagt hat. 

Ich bin dann weiter an einen LKW vorbei. Der sieht so aus wie ein riesiger Nacktscanner. Ich kann so durch fahren. 

Ein junger Bengel möchte ins Auto schauen. Jo. Ich mache hinten auf. Er schaut kurz rein. Und holt seinen Vorgesetzten. Der spricht Deutsch mit mir. 
Ob ich alleine bin? Ja. (Die anderen haben immer gesagt you are a Lucky Man) Für ihn sieht es so aus als wenn ich was schmuggel. 
Die Bettwäsche soll ich mal aus dem Auto holen. Und wofür ich Messer und Axt brauche? Campfire, you know?

Er will in alle Kisten ganz genau schauen. In meiner Vorratskiste traut der den grünen Bohnen nicht. Ich biete ihm an die aufzumachen und mit ihm zu essen. Er überlegt. Nee, er hat schon gegessen. 
Dann sind wir beide aufs Dach. Was in den Kisten ist? Na meine Klamotten. Ob da auch ganz sicher keine Drogen drin sind? Nee. 

Und in der mittleren Kiste? 

All my Stuff for Campfire. Und das hier. Anzünder. Ja, würde er kennen. In Marokko sind die Weiss. Warum meine Braun sind. Äh, ja das sind so Öko Dinger. Bio. Die taugen aber nix. Die solle er sich auf keinen Fall kaufen. Ich habe auch die weissen. Hier schau mal die sind besser.  Er reisst beide Packungen auf und riecht daran. Ob er Feuer möchte? 

Ich denke gerade warum die Fähre wohl Gas weg nimmt. Wir sind schon da. Das ging ja mal fix. 40 bis 50 Minuten hat die Kellnerin gerade noch gemeint. Und mir ist nicht mal schlecht geworden. 

Es ist also was dran, dass man nicht Seekrank wird wenn man eine Beschäftigung hat. 

Den Rest erzähle ich euch wenn ich einen Stellplatz gefunden habe. 

So weiter geht es. 

Zufrieden ist er immer noch nicht. Ich soll das ganze Zeug mal auf der Strasse liegen lassen und zu dem Nacktscanner LKW hinfahren. Der HBM wird gescannt. Ich soll wieder vorfahren. 
Ob alles ok ist und ob ich wieder einladen kann. 
Er grölt über den ganzen Platz. Aus dem LKW kommt was zurück. Er sieht nicht glücklich aus. Ich soll warten. 
Der Typ aus dem LKW kommt. Die beiden diskutieren. Irgendwas stört ihn im Gepäcknetz an der Decke. Ob ich Frauen Unterwäsche dabei habe? Nee, du? 
2 Min später interessiert sich keiner mehr für mein Auto. Was ist denn jetzt? Ja, ich soll einpacken. Ist doch klar das ich nix habe. 
Ok, dann mal ab zur Fähre. Da schaut noch einer in meinen Ausweis. Und die Tickets werden entwertet. 
Gut, dann man erst mal Luft holen und entspannen. Hat doch alles geklappt. Funkgerät ist nicht bemängelt worden und die gute Mettwurst, die ich heute angeschnitten habe, ist auch noch da. 

Auf der Spanischen Seite versucht der Zöllner über die Beifahrer Seite mit mir zu reden. Ich steige aus und zeige meinen Ausweis. Britisch Car, from the Empire. You Know. 

Der zweite will ins Auto schauen. Aber nur oberflächlich. Cigarette? No, Thanks i don´t smoke. 

Ich überlege noch wo der Platz war an dem wir auf der Hintour gestanden haben, bevor wir morgens zur Fähre gefahren sind. 
Fast habe ich ihn wieder gefunden, da fällt mir ein das ich doch nach Portugal wollte. Ist doch die andere Richtung. 

Mir bleibt nix anderes als einfach drauf loszufahren. Natürlich finde ich im Dunkeln keinen Stellplatz. Ich fahre noch so 30 bis 40 km und halte in einem Dorf an. Da stelle ich mich ins Wohngebiet und morgen geht es dann weiter. 




Text und Fotos: Dennis


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Kommentare:

  1. Hi Dennis,
    frage das nächste mal ob Du die Scanner Daten haben kannst. Die könnten wir gut brauchen.
    Grüße aus Hamburg!
    Dirk

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  2. Hi Dennis,
    hast Du jetzt echt für Hin und Rückfahrt 261,- gezahlt? Wir haben 240,- gezahlt... Aber für ein 11m Gespann und zwei Personen... Entweder hat man dich dchön über den Tisch gezogen oder das erste Ticket für 135,- war bereits für Hin und Rückfahrt...

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    1. Tja, das mit den Preisen ist halt immer so ne Sache. Je weiter du in den Süden kommst, desto unklarer oder verhandelbarer, wie immer man es nennen will, wird es.

      Das ist mir in Griechenland, Italien, Spanien auch x mal passiert, dass unterschiedliche Leute unterschiedliche Preise für das selbe bezahlen. Hart verhandeln oder hinnehmen :-(

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  3. Hah. geiler Bericht! ich habe ihn vor Freude nahezu verschlungen. Macht großen Spaß, die wilde Überfahrtsgeschichte zu lesen!

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    1. Absolut. Das liest sich alles echt spannend, detailliert und oft auch lustig, da glaubt man nach ein paar Artikeln den Dennis fast schon ein bisschen zu kennen .

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Vielen Dank für deinen Kommentar.