03.01.2017

Hier gibt es Antworten auf die typischen Fragen die du dir vor einer Ostseeumrundung stellt.


Auf Facebook in der Blacklandy Gruppe bin ich gerade sehr ausführlich zu meiner Ostseeumrundung befragt worden. Es sind genau die Fragen die ich mir vor der Reise auch gestellt habe. Jedenfalls die meisten. Ich habe da aber gar nicht drüber geschrieben. 

Deshalb hier jetzt eine Zusammenfassung der Fragen die man sich vor einer Ostseeumrundung stellt: 




Visum Russland

Es wird nach dem Einreise- sowie Ausreisedatum gefragt. Ich denke vom Nordkapp aus werde ich ca 2-3 Tage bis zum Grenzübergang Raja-Jooseppi in Finnland fahren. Wie flexibel sind die Grenzer da? Ist es o.k. wenn man 1-2 Tage ehr oder später ein- oder ausreist?


Im Antrag wird nach einer „Reiseagentur“ gefragt. Als Individualreisender kann ich da nichts reinschreiben. Was hast du da eingetragen?

Ich habe über eine Agentur mein Visum besorgt. Die Agentur kommt aus Deutschland. Da habe ich meinen Reisepass hingeschickt und der kam 10 Tage später mit der Post wieder zurück. Die haben gesagt das ich mit denen reise und ab da war Ruhe. Ich habe dann St. Petersburg als Reiseziel angegeben. Mehr nicht. Da hat sich nachher auch keiner mehr drum gekümmert. 

Das ganze hat ca. 60 Euro gekostet. Das war sehr einfach. Ich habe leider keine Rechnung oder den Namen mehr zu Hand. 


Es wird nach den konkreten Orten gefragt, die man besuchen möchte. Einfach ein paar Städte auf der Route rein, oder was gibt man da an? Schließlich wollte ich spontan entscheiden wo wir lang fahren.

Wenn ich mich richtig erinnern kann dann war das Visum für 30 Tage und insgesamt 2 Ein- und 2 Ausreisen. 
Ich habe dann grob geplant wann ich da sein werde und eine spanne von 30 Tagen angegeben. Ich bin später eingereist als der erst mögliche Tag. Früher oder später als dein Zeitfenster könnte schwierig werden. Alles im Zeitfenster ist ok. Ich habe dann St. Petersburg als Reiseziel angegeben. Mehr nicht. Da hat sich nachher auch keiner mehr drum gekümmert. 


Dein Erlebnis beim Grenzübertritt habe ich gelesen ;) Gibt es im Nachhinein Tipps, was man gleich richtig machen sollte (Vom Ausfüllen der Formulare abgesehen)?

Bei den Grenzübergängen ging es mir nicht so gut. Schlechtes Bauchgefühl. Im Nachhinein waren die einem aber wohlgesonnen. Die dürfen wohl einfach nicht lächeln und Bitte und Danke sagen. Meine ganze Aufregung war also umsonst. Weitere Tipps als in der Story kann ich nicht geben. Es ist nicht so schlimm wie man es sich vorstellt. 

Campen und Offroad/miese Road/Feld Road/Wald Road..

In Skandinavien recht klar geregelt. Wie ist es in RU bis Polen? Auf machen Seiten steht verboten. Andere offizielle sagen – Naja, interessiert keinen, wenn man nicht die Gartenzwerge auspackt und einen Zaun baut.

In Russland haben wir nur in St. Petersburg übernachtet. Da die Fahrzeugen auf einen Hotelparkplatz (mehr oder weniger bewacht) und wir dann eben ins Hotel. Das war für unser Sicherheitsgefühl ganz gut. Ich denke aber das man ausserhalb von Städten sehr gut stehen kann.  Link zu Gekko Reisen (Mehr Infos über Russland und Freistehen)

In Polen bin ich schon öfter gewesen. Da habe ich immer frei gestanden. Überhaupt kein Problem. Link zu den Polen Reisen. 

Gab es Probleme beim Befahren von Seitenstraßen, Feldwegen oder Waldwegen? Das übliche auf so ner Tour: „Oh prima, schau mal der tolle See. Los wir bleiben da stehen bis morgen…“

Probleme mit kleineren Strasse hatten wir keine. Wir haben ja auch Off Road Fahrzeuge. Auf meiner 2 Wochen Polen Tour habe ich einen Schnitt von 50 Km/H gefahren. Also über 2 Wochen gesehen. Nur kleine Strassen und da angehalten wo es nett ist. 


Wie ist die Tankstellendichte ab RU? Bis Nordkapp geht ja problemlos mit dem Standard-70L-Tank. Solle man Reserven mitführen?

Tankstellendichte ist auf der ganzen Tour kein Problem. Wir haben uns da vorher auch immer Gedanken gemacht. War aber überhaupt kein Thema. Ich habe ja Standart mässig 4 Jerry Cans an Bord. Ex Mod. Die habe ich aber nicht gebraucht. In Russland war der Sprit mit Abstand am günstigen. Und man tankt an ganz normalen Tankstellen. 


Wo kann man Wasser nachtanken oder auch mal duschen. Gibt es ne ähnliche Campingplatzdichte wie SWE/N/FIN?

Zur Campingplatzdichte kann ich nix sagen. Wir haben nicht einen besucht, auf der ganzen Tour. Wasser gibt es ja auch mal auf einer Tankstelle und am Brunnen. 


Wie ist die Netzabdeckung Mobilfunk? (sauteuer, ich weiß..)

Ich bin bei Vodafone und habe einen Europa Tarif. Das heisst in Europa kostet es nicht mehr. Dafür bezahle ich jeden Monat 5 Euro. Oder so ähnlich. Ich weiss nicht ob man den noch buchen kann. Es war überall guter Empfang. Ich habe glaube ich jeden Tag meine Story hochladen können. In Russland habe ich einmal 40 sek. telefonieren müssen. Das hat 7 oder 9 Euro gekostet. Das kann ich nicht empfehlen. Ich habe dann das Hotel Wifi benutzt. Wenn ich länger in Russland bleiben möchte dann würde ich mir eine SIM karte vor Ort holen so wie jetzt in Marokko. 










Fragen: Ronny Grimm



Text und Fotos: Dennis

Foto: Volker Trost


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Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Ja das ist natürlich schon ne ganz andere Welt, klar dass einem da mulmig ist ein bisschen. Aber dafür hast du ne Erfahrung gemacht, die ich beispielsweise nie machen werde :-)

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    1. Also ich hab mal so ne ähnliche Route mit nem Bulli gemacht und wir hatten uns da am Anfang auch ziemlich angestellt und safe geparkt. Also unserer Erfahrung nach reicht es in Sachen Sicherheit dort mit der "bisschen mehr als üblichen Vorsicht" aus.

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  3. Hey Dennis. In diesem Zusammenhang nochmal den Post, den ich heute auf der FB-Seite von Blacklandy gepostet habe:

    Ronny Grimm Um den Beitrag nochmal aus der Versenkung zu holen. Ich habe mich inzwischen mit 4 verschiedenen Leuten unterhalten, die einen Russlandtrip oder eine Durchfahrt hinter sich hatten. 3 der 4 raten weitestgehends davon ab. Zumal ich allein mit meiner Frau unterwegs bin. Der wichtigste Punkt, den alle unabhängig voneinander genannt haben, ist die willkürliche Abzocke inbesondere von offizieller Stelle.

    1. Grenzübergang: Regelmäßig ist eine Art Laufzettel an der Grenze auszufüllen und ein oder mehrere Stationen abzulaufen. Dabei wird gezielt nach völlig unsinnigen oder schlicht unbekannten Dokumenten oder Nachweisen gefragt. Zeigt man sich hilflos wird mit der Schulter gezuckt und die Einreise verweigert. Als Lösung wird die Zahlung von Bargeld verlangt. Dabei schwankten die Summen zwischen 50EUR oder wahlweise Dollar bis zu 400€/$

    2. Es scheint sich zumindest bei 2 Reisenden bestätigt zu haben, dass nach passieren der Grenze die lokale Polizei über Fahrzeug, Typ, Insassen und Koopereationswilligkeit bei den Geldzahlungen informiert wird. Man muss also davon ausgehen, wenige Kilometer nach der Grenze eine Verkehrskontrolle statt findet. Wieder mit unsinnigen Forderungen nach z.b. Abgasuntersuchungen oder irgendwelchen Genehmigungen. Diese Kontrollen verlässt man i.d.R. wieder nur gegen Bargeldzahlungen.

    3. Im schlimmsten Falle - so bei einem geschäftlich reisenden Freund, der sogar fließend russisch spricht - werden Kriminelle informiert und es kam zum Raubüberfall auf offener Straße bei dem er zusammengeschlagen wurde und das Auto gestohlen. Anschließend waren KieferOP und unendlich viele Rennereien notwendig.

    Empfehlung aller: Niemals alleine - besser nur im Konvoi. Am Besten man hat Bekannte vor Ort, die das Fahrzeug begleiten.

    Offensichtlich sieht man frei reisende Westeuropäer als Freiwild für Erpressungen nach Geld an. Im besten Falle bleibt es dabei nur bei Geld.

    Nunja, die jungste berichtete Fahrt liegt ca 3 Jahre zurück (2013). Sollte sich nichts grundlegend dort geändert haben, werde ich die Route wohl umplanen müssen und von Finnland direkt nach Estland übersetzen.
    Gibt es noch jemanden der ähnliche Erfahrungen oder gar Tipps hat, wie man doch sicher durch Russland kommt?

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    1. Interessante Aussagen. Die decken sich gar nicht mit meinen Erfahrungen. Ich bin an einem Grenzübergang auch alleine eingereist. Volker war dem Unimog zu schwer und musste einen anderen benutzten. Er war somit auch alleine.
      Ich würde die Reise sofort wieder machen. Auch ohne zweites Fahrzeug. Das muss aber jeder für sich selber entscheiden.

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