04.01.2017

Shopping in Essaouira.


Ich habe gerade einen Wohnmobilstellplatz ausprobiert. Ich will ja gar nicht so sein. Es ist toll und sehr inspirierend. Leute die nicht grüßen. Männer die rumlaufen wie man es sich in einem Swingerclub vorstellt. Das ganze direkt an der zweispurigen Hauptstrasse. Großartig. 
Ich habe heute leider keine Lust mehr zu fahren. Deshalb bleibe ich hier. Aber ich bin ein Stück weiter gefahren. Nun stehe ich alleine. Ein Esel ist noch hier und ein Auto eines Einheimischen. 


Wie fing der Tag heute an? 

Ich habe den Defender am Wasser schön warm laufen lassen. Dabei eben die Sachen für die Fahrt zurecht gepackt. Ich war früh dran. Also auf nach Essaouira und mal schauen was die Stadt diesmal für mich zu bieten hat. 

Kurz nach einer Kreuzung steht ein Polizist mitten auf der Strasse. Er winkt mir das ich anhalten soll. Was hat der denn? Der HBM läuft gerade so gut. Naja, ich halte mal an. Ich wäre 77 Km/H gefahren. Donnerschlag. Ich erkläre das ein altes Auto nie so schnell laufen würde. Er erklärt mir das er die Ausrede schon kennt und das sein Kollege das gerade gemessen hat. 60 wären erlaubt. 150 MAD. (14,30 €) Ich versuche zu handeln. Lasse es dann aber gleich wieder bleiben. War auch eher so ein Reflex. Es folgt ein wenig Papierkram und die beiden kramen ihr letztes Wechselgeld zusammen damit sie mir rausgeben können. 
Dann überlege ob ich ihn frage ob wir noch ein Selfie machen. Leider traue ich mich dann doch nicht. 

Also ab nach Essaouira. Es sind ca. 25 Km. Ich parke und werde angesprochen. Tolles Auto. Er hat auch so einen. In Gelb. Er wohnt in Zargossa und hätte da eine Land Rover Werkstatt. Er ist jetzt auf dem Weg zu seinem Shop. Er hat hier auch einen kleinen Shop. Ob ich was zu tauschen habe?  Klamotten oder so? Hmm, nee im Moment jetzt nicht so. 
Naja, dann komme ich halt mal mit. Wollte mich ja eh ein wenig umschauen. Sag mal wo gibt es hier so, hmm, in German we call it Bommelvorhang. For my Car. You know? No? Hmm. 

Pantomime für Bommelvorhang fällt aus. 

Wir laufen durch die Gassen. Ich sehe einen einzelnen Bommel. Here this one. But for my Car and in short. And in blue as the Car. Yes. Kann ich bekommen. Aber natürlich nicht sofort. Ich soll um 3 Uhr wieder kommen. (Es ist gerade mal 10:00 Uhr) Dann hat er sowas besorgt. Inschallah. Ah ha. 

Dann geht es in den Laden von dem Land Rover Mann. Wir trinken Tee. Ich bekomme alles gezeigt. Er tausche mit den Berbern. Alles original. Nicht so China Kram wie in Marrakech. Ob die Marrakech das auch von den Sachen in Essaouira sagen? 
Ich tausche dann meine Buddel Wodka. Und ich würde handeln als wenn ich ein Kamel kaufen wolle und nur den Preis eines Esels bezahlen will. Das Kompliment ist wohl eher ein verstecktes. 

Vor seinem Laden ist eine Art Innenhof. Es gibt Tische und Stühle und so einige Restaurants. Er stellt mich bei seinem Favoriten vor. Ich soll mich an die blauen Stühle setzten dann werde alles gut. Ok, später. Ich habe erst was gegessen. 

Erst mal noch umschauen. 

Mit der Zeit bekomme ich ein Gefühl für die Märkte. Ich bleibe auch mal stehen um ein Foto zu machen und komme mit Einheimischen ins Gespräch. 
Ich brauche da wohl ein wenig Zeit für um Locker zu werden. 
An einem großen Platz gibt es Parkbänke im Schatten. Ich hole mir vom Kiosk eine kalte Buddel Wasser. 
Schmeckt ja schon anders als das getriebewarme Wasser das ich die letzten Wochen so getrunken habe. Was sagte Tom Hanks noch in dem Film Cast Away, als sie ihn nach Hause fliegen? Eis, Eis ist das größte. Ich weiss was er meint. 

Ich mache ein paar Selfies um unter den anderen Touristen nicht unnötig aufzufallen. 

Beim weiteren stöbern entdecke ich eine Mütze. 10 MAD steht dran. Es gibt die auch in Himmelblau und Weiss. Leider zu klein. Das lässt der Verkäufer nicht durch gehen und weitet die so lange bis die passt. Ok, gekauft. 

Ein Kissen um beim Lesen oder schreiben ein wenig höher zu liegen fehlt mir auch schon die ganze Zeit. Was für ein Zufall das es hier Bommelkissen gibt. Natürlich auch in Himmelblau und Weiss. Läuft. Kurz Handeln. Gekauft. 

Dann mal zu dem Stand der mir den Bommelvorhang besorgen wollte. Er erkennt mich wieder. Ach ja. Er ist gleich wieder da und rennt weg. 
Hä? Das hätte er doch vorhin schon machen können. Seltsam. Er kommt wieder. Der Laden ist zu. Ob ich später noch mal wieder kommen könnte. Na gut. Weil du es bist. 

Ich schaue mich also nochmal um. 

Im Vorbeigehen werde ich wieder angesprochen. Diesmal ganz raffiniert. Was ich doch für tolle Schuhe habe. Ob die aus Leder sind und was sowas kostet. Hä? Der selbe Mann hatte mich vorher schonmal angesprochen. Da über die ganze Strasse. Ich habe mich bedankt und bin weiter gegangen. 
Jetzt reden wir. Ok, dann erstmal einen Tee. Er hat auch das original Berber Zeug. Nicht das aus China… Ja, habe ich schonmal gehört. 
Ich soll mir Schmuck und Glücksbringer ansehen. Nee, zeig mir mal wie man einen Turban bindet. Natürlich gibt es den Stoff in Himmelblau. Er zeig es mir. Dann macht er Fotos. Ich versuche es. Beim zweiten mal bekomme ich es auch hin. 
Ich würde handeln wie ein Berber. Scheint wohl auch ein verstecktes Kompliment zu sein. Als wir den Preis abgemacht haben lachen wir beide. 

Ach ja, Essen wollte ich ja auch noch was. 

Die Karte ist auf Französisch. Ich sage das ich Tajine mit Beef und Gemüse möchte. Jo, geht klar. Was zu trinken? Jo, Wasser. Easy. Ich bekomme auf meinen Wunsch einen Platz im Schatten. 
Es gibt einen Gruß aus der Küche. Und Brot mit einer scharfen roten Paste. Wirklich lecker. 

Dabei gibt es viel zu beobachten. So wollte ich es ja auch. Zb. der Europäer der extra die Sprache der Einheimischen gelernt hat und bei dem es ewig hin und her geht ohne das er was zu essen bestellt oder sich auch nur an einen Tisch setzt. Die Verständigung klappte eher nicht so gut. 

Am Nebentisch sitzen 4 junge Mädels aus Franken oder irgendwo aus Süddeutschland. Ich belausche die Gespräche. Ihnen fällt auch das Handeln schwer. Sie fühlen sich auch ein wenig von den Händlern überrannt aber das gehört wohl dazu. 

Die Tajine ist sehr heiss und dampft. Ich dachte die sind mehr gewürzt. Lecker ist es auf jedenfall und frisch auch. 

Also noch mal zu dem Laden mit dem Bommelvorhang. Letzter Versuch. Er sieht mich und meint das er gleich wieder kommt. 

Ok, ich warte dann mal hier. 

Er kommt nicht mit leeren Händen wieder. Der Bommelvorhang gefällt mir sehr gut. Ihm auch. Er hat gleich 3 Meter besorgt. Ich wollte nur 1,33. Er hatte vorher noch einen andere besorgt aber der hat ihm nicht gefallen, mir auch nicht. 
Der Meter kostet 80 MAD. Das ist ok. Ich hole noch eine kleine Holzkiste dazu und wir verhandeln kurz. 
Er ist nett und ich frage ihn ob wir Fotos zusammen machen. Er ist sofort begeistert. Ich schenke ihm einen Aufkleber von mir und sage das ich alles auf die Webseite stelle. Darüber freut er sich und er wünscht sich mehr Besucher aus Deutschland. 

Auf dem Wohnmobilstellplatz kommt noch jemand vorbei der was verkaufen will. T-Shirts mit einem Spruch auf Englisch den ich nicht verstehe. Ich kann den auch gar nicht wieder geben. Dann hat er auch noch weite Stoffhosen aus Somalia. 
Er ist auch ein Künstler und macht Bilder. Dabei holt er eine Künstlermappe raus und zeigt mir seine Werke. Er berichtet ganz stolz das er die Bilder aus den Flügeln von Schmetterlingen gemacht hat. Oh ha. Das finde ich ja jetzt mal krass. Ich weiss ja nicht wie viele Schmetterlinge es da gibt wo er her kommt aber bei mir zuhause sehe ich nicht oft welche. Ich kann ihm natürlich keines seiner Bilder abkaufen. 






































Text und Fotos: Dennis


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1 Kommentar:

  1. Ein Selfie von den Cops, die dir gerade Geld abgeknöpft haben? Ein Freak bist du schon.

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