11.01.2017

Sometimes my Job is very Difficult


Machst du mir Frühstück? Ich mache auch Feuer. Ja, Anne. Geht los. 

Das Feuer brennt super. Ich fange an zu schnippeln. Da kommt ein Geländewagen der Guardia Zivil vorgefahren. 


4 Männer springen aus dem Auto. 

Drugs or Knife? 

Wem das blaue Auto gehört? Na, mir Herr Officer. Der eine spricht ganz gut Englisch. Der alte nicht, dafür redet der die ganze Zeit. Die anderen beiden sagen nix. 

Ich soll die Taschen leer machen und alles auf meinen Stuhl legen. Ok, ihr werdet aber keine Drogen finden. Auch nicht im Auto. 

Also was habe ich in den Taschen? Schlüsselbund, Taschentuch, Edding, Aufkleber, Reisepass, mein französisches Taschenmesser mit dem Korkenzieher, 2 Kugelschreiber, ein kleines Handtuch, einen langen Teelöffel und das kleine Anglermesser aus dem Messertest von der Ostseeumrundung. 

Als der Alte die beiden Messer sieht, werde ich wie ein schwer Verbrecher behandelt. Georg meint später, so werde er auf Grund seiner Hautfarbe sonst immer behandelt und durchsucht. 

Ich bekomme auf spanisch was erklärt. Verstehe natürlich nix. Daniel meint die wollen meine beiden Messer behalten. 

Dann kommt der eine der Englisch spricht. Messer bei sich zu tragen ist nicht erlaubt und die werden die beiden mitnehmen. 
Ich erkläre ihm das mir das eine Messer viel bedeutet. Und zwar das mit dem Korkenzieher. Es wäre das letzte Geschenk meiner Mutter und die ist nun im Himmel. (Sorry, Mutti. Ich wusste keine besser Ausrede) 
Er versteht es und nickt mir mit traurigem Blick zu. Sometimes my Job is very Difficult. 
Ich bekomme keine Quittung und auch nicht die Möglichkeit es mir nach Hause schicken zu lassen. Es gibt auch keine Verwarnung. Nein, einfach eingesackt. 

Also ich mein, in Hamburg auf der Reeperbahn ist das ja auch nicht erlaubt. Das verstehe ich ja. 

Aber in Spanien am Strand, Wir ganz alleine. Kein anderer ist da. Ich mache Frühstück. Und es ist nicht erlaubt ein Messer in der Tasche zu haben? Im Auto und auf dem Tisch ist es ok. Was für ein Schwachsinn. 

Ich rege mich aber nicht erst drüber auf. Das Messer hat mir zwar viel bedeutet und meine Mutti hat es mir ja auch gar nicht geschenkt. 

In der Küchen Kiste habe ich noch 3 andere Messer. Ich frage in die Gruppe welches ich wohl als nächstes in die Tasche stecken soll? Georg meint das günstige zuerst. 

Am Vortag ist mir in einer Tankstelle noch eine ganze Vitrine mit Taschenmessern aufgefallen. So viel Auswahl haben bei uns nicht mal Messerläden. 
Was soll sowas wenn es nicht erlaubt ist eins bei sich zu tragen?

Anne fährt bei mir mit. Wir wollen in ein Klettergebiet im Landesinneren. Daniel und Georg fahren mit dem Sprinter vor. 

Das Navi wählt eine kleine Strasse mit viel Serpentinen, ohne uns danach zu fragen. Wir brauchen sehr lange. Die Strecke ist aber auch sehr schön. Genau das richtige wenn man nur 100 bis 150 Km pro Tag fahren möchte. Gegen 3 Uhr kommen wir am Klettergebiet an. 

Die Junge haben lange Gesichter. Der Felsen ist nass. Es geht der Wind und es ist irgendwie alles so Bäh. 

Es kommt der Vorschlag noch bis Barcelona zu fahren. Ah ha. Ich hole mal die Karte. Ok, wo sind wir? Ah hier. Und wo ist Barcelona? Karte umklapp. Hmm, Nochmal umklappen. Ah hier. 
Oh, warum denn noch so weit? Na, heute Fahrtag und dann zwei Tage mit wenig fahren und Klettern. Ah ha. Ok, Klettern ist also ein wichtiger Bestandteil. Verstehe. Na gut dann mal los. 

Wir peilen Tarragona an.  Also noch 4 oder 5 Stunden Fahrt. Die Jungs im Sprinter fahren vor. Zusammen fahren macht uns keinen Spaß. Es ist für alle unnötig anstrengend. 
Ein gemeinsames Ziel haben, ist aber genau richtig. 

Anne scoutet einen Platz am Strand. 

Ich fahre. Wir plaudern und lernen uns kennen. Anne versucht ein wenig zu schlafen und sieht dabei bei sehr friedlich und ruhig aus. 

Es kommt mehr Wind auf. Ich mache mir Neil Young auf die Kopfhörer. (Like a Hurricane) 

Beim Fahren muss ich ganz schön aufpassen. Der Wind ist heftig. Selbst wenn man von der See kommt.  

An der Strasse stehen immer mehr Warnschilder, die auf starken Wind hinweisen. 

Anne wird wach und redet was von Feuer machen und Essen. Äh, bei dem Wind? Oh. 

Vor uns verliert ein LKW die Plane vom Auflieger. Es kracht vor aus auf die Strasse. Funken sprühen. Ich muss aufpassen. Der Wind drückt mich aus meiner Spur. Ein PKW ist noch dazwischen. Das Auto bremst und hält an. Weiterfahren! Nicht anhalten! 
Von hinten kommen doch noch alle anderen. Ich komme nicht dran vorbei. 
Ein andere LKW zieht in der Mitte vorbei. Anne greift zum Fotoapparat. Ich hupe. Der Typ im Pkw findet doch noch den Weg, der die ganze Zeit frei war. 
Zum Glück nix passiert.








Fotos: Anne



Text und Fotos: Dennis


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