30.08.2017

Waltzing Matilda



Der Wind ist deutlich zu hören und pfeift ums Auto. Den Regen höre ich nur wenn ich die Tür auf habe. Es wird gerade dunkel. Fast die ganze Fahrt über hat es geregnet und ich bin schon wieder in Dänemark. 

Eigentlich sollte es erst morgen losgehen und Bernd wollte mit dem neuen Unimog, mit. Daraus ist aber nix geworden und ich bin dann halt heute schon los. 

Gestern Abend habe ich noch darüber nachgedacht meine Pläne zu ändern und doch lieber nach Polen zu fahren. Dänemark fühlte sich gestern so wie Komfortzone an. Ich war ja auch gerade erst hier. Aber alleine nach Polen? Hmm. 

Naja, jetzt bin ich alleine in Dänemark. 

Das Wetter soll besser werden und ich habe ein paar Tage mehr Zeit als nur das Wochenende. Meine Idee war vielleicht mal irgendwo hin wo nicht nur deutsche Touristen sind. Aber wo ist das? 
Rømø habe ich mal gleich ausgelassen. Verjers Strand bin ich kurz hin. Im Regen ist das auch nix los. Dann erstmal ne Mittagsstunde. Was anderes kommt eh nicht in Frage. Ich hatte es ja schon öfter, dass ich mich bei Regen hingelegt habe und wenn ich wieder wach war dann war wieder besseres Wetter. So war es jetzt auch. Es war nur noch Nieselregen. 
Direkt nach dem Aufwachen hatte ich auch gleich eine Idee. Auf kleinen Strassen weiter nach Norden und für die Nacht einen Stellplatz suchen auf dem ich einfach nur schlafen kann. So ohne Camping und draussen sitzen. 

Ich wollte mich von Matilda inspirieren lassen. 

Vorgestern habe ich das Buch Wortwalz von Jessica Schober gelesen. Darin beschreibt sie, wie es beim Trampen auf der Strasse ist und das es sowas wie eine Göttin der Strasse gibt. Matilda. Wenn zb. den ganzen Tag Niemand für dich anhält dann will Matilda es so für dich, damit der richtige kommt um dich mitzunehmen. Das kann halt bloß dauern. So ähnlich versuche ich es bei dieser Reise auch. Einfach mal sehen was passiert. 

Ich fahre also über schön kleine Wege durch Militärgebiete, durch Wald und am Wasser vorbei. Fühlt sich gut an. Irgendwann bin ich dann auf 181. Die ist auch nicht besonders groß und führt mich am Wasser Richtung Norden. 

An jedem Parkplatz steht ein Schild mit „No Camping“. Naja da habe ich ja schon mit gerechnet. Das wäre mir in Polen nicht passiert. Dann finde ich einen Parkplatz der für die Nacht 5,- Euro kosten soll. Mit Dusche und WiFi. Da scheint aber die Saison schon vorbei zu sein. Irgendwas mit Surfen war da. Nur ist keiner zu sehen und alles ist dunkel. Stehen auch keine Autos da. Hier gefällt es mir so nicht. 

Na gut dann mal weiter. Es wird ja langsam schon dunkel. Zur Not halt Industrie Camping. Also einfach irgendwo ins Gewerbegebiet stellen und schlafen und dann morgen früh weiter. 

Zur linken Hand sehe ich ein Schild zu einem Leuchtturm. Lyngvig Fyr heisst der und wurde 1906 gebaut. 
Der Parkplatz sieht gut aus. Der Leuchtturm auch. Hier bleibe ich. Noch mal eben durch die Dünen ans Wasser. Ein paar Fotos machen und dann was essen und ab ins Auto. 

Ich bin gespannt wie die Nacht wird. Bis jetzt ist es ruhig und ich erwarte auch nix anderes. Hier ist auch schon Ende der Saison. So steht es jedenfalls an der Hot Dog Bude. Es gibt deshalb alles zum halben Preis.  

Morgen soll es dann weiter gehen Richtung Blokhus. So Matilda will. Da war ich letztes Jahr zwar auch schon aber der Strand ist auch 30 Km lang. Da sollte es so schnell nicht langweilig werden. 












Text und Fotos: Dennis


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