10.08.2017

Wandergranaten


Ich habe es geschafft und die anderen auch. Wir sind am Ziel angekommen und sind nun offiziell Finisher. Das wird uns mit einer Anstecknadel bestätigt und von Stef bekommen wir alle eine Urkunde inkl. Holzanhänger.
Mir war gar nicht klar, dass wir den Weg jetzt schon komplett gelaufen sind. Ich dachte der wäre länger. So ist es viel schöner. 


Morgen ist Rückreise und dann wird endlich mal wieder Defender gefahren. Der wartet ja in Hamburg auf mich. Zwischendurch habe ich immer mal wieder gedacht, ob ich den Weg auch mit dem Defender schaffen würde. Wenn mir die Wege Spaß gebracht haben, waren sie zu schmal für den HBM. Wenn die so breit waren das mit an auch mit normalen Autos fahren kann, fand ich die sehr langweilig zum Laufen. Die Wege, auf denen man mit dem Defender aufpassen muss und auch mal die Winsch braucht, haben mir gut gefallen. 
Gestern habe ich was von einer verstärkten Spurstange geträumt, die gekröpft ist und somit von der Achse geschützt wird. Gibt es sowas? Wenn ja dann bitte Links in die Kommentare. Danke

Ach so wegen Gestern. 

Wir waren erst sehr spät im Hotel. Eben duschen und dann gleich zum Essen. Ich hatte auch sehr Hunger und war so müde, dass ich beim Essen schon fast eingeschlafen wäre.

Gestern hat es mir nicht so gut gefallen. (Strecke von Kitzbühel nach St. Johann über das Kitzbüheler Horn). Es ist halt nicht so toll, wenn man zum Gipfel auf Teerstrassen hochläuft und andauernd von Autos überholt wird. Am Gipfel kommen dann auch zwei Gondellinien an. Also alles voller Leute. Alle viel zu Laut. Nur Touristen Nepp. Dann erwachsende Menschen, die noch nie eine Kuh gesehen haben und unbedingt eine Selfie mit der Kuh machen wollen. 
Auf der Hütte gibt es nix Gescheites zu essen und was sie da haben ist auch noch zu teuer. Wenn ich Hunger habe dann bin ich ja echt nicht zu ertragen. Vielleicht kennst du das?
Und die ganze Zeit dieser Krach. 

Der Typ an der Quetsche hat dazu noch Jodel Lieder gespielt. Ein Spaß für die Touristen. Ich hätte lieber in Ruhe gegessen. Als der Typ dann noch La Paloma von Hans Albers gespielt hat, war es echt für mich vorbei. 

Heute haben wir zwei andere Wanderer getroffen. Wir haben uns kurz unterhalten. Das hat mir sehr gut gefallen. Mehr Leute war bei dem Wetter nicht unterwegs. Sehr angenehm. 

Auf dem Weg heute war eine Hütte. Zu der sollten wir im letzten Viertel kommen. Im Nebel haben wir die fast nicht gefunden. Claudia hat sich schon den ganzen Tag auf Apelstrudel gefreut und ich auf Wurstsalat. 
Ich fasse an die Tür. Zu. Sieht auch nicht so aus, als wenn jemand da ist. Noch mal schnell im Stall geschaut und geklingelt. Nix. Schade. Aber nicht zu ändern. Bevor ich schlechte Laune bekomme, mal schnell ins Tal. Soll noch Gewitter geben. 

Ins Hotel schaffen wir es im Trockenen. Das Hotel ist von der Ausstattung nicht das modernste. Wenn man ne Nacht im Sporthotel Reisch in Kitzbühel geschlafen hat, dann haben es die anderen Hotels aber auch nicht leicht. Wäre wir vorher hier gewesen, dann wäre ich sicher mehr begeistert. 

Für mich ist es ja ganz was Neues, so viel in Hotels zu schlafen und ich bin überrascht wie viele kleine Unterschiede es gerade im Service gibt. In Österreich scheint es nicht verbreitet zu sein, in einem Hotel zu arbeiten. Hier sind fast nur Angestellte aus Ungarn. Die machen ihre Arbeit gut. Nicht das es falsch verstanden wird. Ich kenne das nur aus Norddeutschland nicht. 
Es sind halt die Kleinigkeiten, die Unterschiede machen. Im ersten Hotel konnte ich für einen Spaziergang nicht mal den Schlüssel an der Anmeldung abgeben und in anderen Hotel regelt das junge Mädel aus dem ersten Lehrjahr alles und hat für alles eine Antwort. 

In den letzten beiden Tagen habe ich viel überlegt, was ich über die Landschaft hier schreiben kann. Ich finde dafür irgendwie nicht die passenden Worte. Meiner Meinung nach ist es die bessere Idee, Fotos sprechen zu lassen. Auch wenn die nicht das wieder geben können was man sieht, wenn man gerade den Gipfel erklommen hat. 

Als ich einen schmalen steilen Abstieg gehe, läuft vor mir ein Paar. Sie zu Ihm: Möchtest du vorgehen? Er: Nein, ich will dich fallen sehen. 
Ich frage mich lange ob, dass „die große Liebe“ ist, von der alle reden. 

Wie fühlt es sich an wenn man die Strecke (76 Km und 4950 Höhenmeter) in 5 Tagen geschafft hat und zwei Saunagänge hinter sich hat? 

Ich bin ein wenig müde. Der Körper zeigt keine Beschwerden. Zum Glück. Ich habe ja mit den schlimmsten gerechnet. Nun aber zu den angenehmen Dingen und für mich der Höhepunkt jeden Tages. Essen. 

Wir haben uns um 20:00 Uhr im Hotel Restaurant verabredet. Bei Reinkommen sehe ich im Augenwinkel, das es Buffet gibt. Oh, nein. All die anderen Tage gab es Tellergerichte. Ich mag Teller Gerichte.
Ok, ich will mal nicht voreingenommen sein. Kann ja auch ganz gut sein. Habe ich zwar äussert selten erlebt. Aber gut. Ich probiere es aus. Fisch ist leer. Beim Rest ist auch nicht mehr viel da. Naja so lange es für alle lang ist es ja ok. Muss ja nicht viel überbleiben. 
Ich fülle mir was auf. Sachen die warm sein sollten, sind kalt und was kalt sein sollte ist eher warm. Am Tisch geht die Meinung um, dass es nur ohne Liebe gekocht sein kann. Ich finde das auch. Alles so Fertigzeug. Ich bin schwer enttäuscht.  

Fazit:

Ich mag es, dass man beim Wandern die Gedanken schweifen lassen kann und einen die tollsten Ideen kommen. Das passiert mir beim Defender fahren zum Glück auch oft. Für einen, der sonst sehr viel alleine unterwegs ist, ist es schon eine Umgewöhnung mit einer Gruppenreise mit 8 Leuten. Mir ist noch nicht klar, ob es für mich das Richtige ist. Wenn ich alleine los bin, muss ich keine Kompromisse eingehen, dafür habe ich dann auch keine zum Reden. Hat also wie immer alles vor und Nachteile. Alleine hätte ich diese Tour nicht gemacht. Es muss zu viel organisiert werden. Das ist ja nix für mich. Stef hat das alles gut gemacht und ich brauchte mich wirklich um nix kümmern. Das war schön. 


























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Fotos: Stef

Text und Fotos: Dennis


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