02.09.2017

Ich und mein Holz



Es ist 3 Uhr nachts. Der Wind ist ruhig. Ich höre die Wellen brechen und kann nicht schlafen. 

Was ist los?


Nach einer Nacht auf dem Camping Platz wollte ich frei stehen. Es ist kein Regen zu erwarten und ich dachte das ich am Strand Leute finde, die in einer ähnlichen Situation sind. Vielleicht versteht man sich und tut sich zusammen um irgendwo die Nacht gemeinsam zu verbringen. 

Also bin ich den Strand ein mal hoch und runter gefahren. Ich habe zwar was gefunden aber nicht das wonach ich gesucht habe. Auf dem Militärstrand habe ich was wirklich schönes gefunden. 2 schöne Stücke Feuerholz. Die konnte ich nicht liegen lassen. 

Aber jemanden mit einem ähnlichen Auto, die so aussieht als wenn Sie auch mal freistehend übernachtet gab es nicht. 

Woran kann das liegen?

Ich habe gedacht das es sich niemand traut am Strand zu übernachten und das ich wo anders schauen muss. Also mal die Landkarte rausgeholt und geschaut was hier in der Nähe noch so ist. Ein See ist ja immer gut. Aber ich finde nicht so richtig was. 
Dann vielleicht doch die Satelliten Fotos auf der Karten App, auf dem iPhone? Auch nicht besser. Ich finde zwar einen Platz der ist aber zu gut von der Strasse einsehbar. 
Da fällt mir ein das ich doch eine App für eine Stellplatzsuche installiert habe. Ein guter Zeitpunkt die auszuprobieren. 

IOverlander und park4Night. Ich probiere beide aus und beide haben in diesem Gebiet nicht viel zu bieten. 
Mir wird ein Parkplatz an einem Kloster vorgeschlagen. Nicht weit weg. Ok. Schaue ich mir mal an. 
Beim Kloster ist gerade ein Event vorbei. Der sehr große Parkplatz ist gut voll. Leute in guten Klamotten strömen auf den Parkplatz. Viele haben Bilderrahmen in der Hand. Ok, hier bleibe ich nicht. Weil auch von der Strasse einzusehen. Und der Parkplatz ist auf einem Berg. Man steht also total schräg. 

Was haben die Apps noch zu bieten?

Einen Wohnmobil Stellplatz. Auch nicht weit weg. Naja. Ich kann mir den ja mal anschauen. 
Es ist schlimmer als erwartet. Die Weisswandware steht dicht an dicht. Es macht für mich nicht mal Sinn auf den Platz zu fahren. 

Ok, dann also wieder auf den Campingplatz von gestern. 

Da stand heute morgen ein T3 Bus in Schwarz. Der Fahrer war auch einer der wenigen auf dem Platz die zurück gegrüßt haben. 

Die anderen deutschen Touristen mit ihren Wohnmobilen sitzen sich ja vor ihrem fahrendem Zuhause den Arsch platt und gaffen. Wenn ich dann vorbei gehe und grüße dann gaffen die immer noch aber zurück grüßen ist nicht drin. 
Ich will mich da jetzt auch gar nicht drüber auslassen. Davon bekommen du und ich nur schlechte Laune. 

Der Mann an der Anmeldung erkennt mich gleich wieder und freut sich das ich noch eine Nacht bleibe. 

Mal schauen wo ich mich hinstelle. Am besten irgendwo hinter einer Holzplanke die schön hoch ist. Der Wind in der Nacht davor hat den Defender und mich ordentlich durch geschüttelt. 

Gleich am Anfang vom Platz finde ich eine gute Stelle. Der T3 steht auch da. Normal fahre ich lieber irgendwo in eine Ecke und stehe eher alleine. Aber diesmal will ich Windschutz. 
Auf der anderen Seite der Holzbeplankung steht ein Wohnmobil. Das wird mich auch vor Wind schützen. Um die Leute brauche ich mich nicht kümmern. Die sitzen ja eh immer im Wohnmobil und schauen Fernsehen. 

Das Tarp lasse ich heute weg. Es gibt keinen Regen. Also bloß noch was essen. 
Auf alleine am Feuer zu sitzen habe ich keine Lust. Also mal ab zu dem T3 Bus. Wir kommen gleich ins Gespräch. Er ist auch alleine unterwegs. Die Freundin hatte keine Zeit. Er fliegt Gleitschirm. Der Bus hat auch Allrad. Hast du Lust am Feuer zu sitzen? Ja. Ok. Dann los. 

Der Wind dreht sich andauernd. Das Holz vom Strand ist gut trocken und ich bekomme es schnell in kleine Stücke. 

Essen wir zusammen? Ja, gerne. Vom Fisch ist noch was über. Ich habe den am Strand gekauft. Da standen zwei Dänen mit einem Transporter und haben daraus verkauft. Ich hätte ja auch zum Supermarkt gehen können aber bei den beiden am Transporter ist es bestimmt frischer. Denke ich jedenfalls. 
Ich lasse mir ein großes Stück geben und bezahle knapp 10,-€. 
Heute Nachmittag am Strand hatte ich dann irgendwann Hunger und habe mir schon mal eine Pfanne voll Fisch gemacht. Als ich den Fisch auf der Plastik Tüte hole denke ich noch so: hmm, riecht aber nach Fisch. Schlechtes Zeichen. Bei Meike im Fischladen hat es nie nach Fisch gerochen. 
Naja, kannst ja mal probieren. Wird schon nicht so schlimm sein. 

Eine Stunde später habe ich so ein Grummeln im Bauch. Na toll. 

Den Rest vom Fisch esse ich nicht. Wenn es noch mal Fisch geben soll dann kaufe ich den woanders. 

Zum Glück habe ich noch jede Menge frisches Gemüse. Das habe ich vorgestern an einem Gemüsestand an der Strasse gekauft. 

Das war auch so ein Ding. 

Es steht schon ein Auto da. Älteres Ehepaar aus Deutschland. Ich packe meine Sachen zusammen und versuche mitzuzählen wie viel ich bezahlen muss. Gar nicht so einfach. Ich finde rote Beete nicht auf der Preisliste und habe auch keine Ahnung wie das auf Dänisch heisst. 
Dann spricht der Typ mich an. Wieviel das Auto wohl verbrauchen würde. Weil ich gerade am Rechnen war nenne ich ihm auch noch eine Zahl. Ja, seiner würde ja nur die Hälfte verbrauchen und zeigt auf sein belangloses Auto. Wo war ich noch? 37 Kronen? 
Naja dann zähle ich halt noch mal von vorne. 10. Plus 3 mal 2. Plus 20. Er redet dann ungefragt irgendwas von Flüchtlingen und das die ja nicht die Arbeit erfunden haben. Dabei fällt mir sein Ostdeutscher Dialekt auf. 

Oh man. So kann ich das nicht zusammen zählen. Ich werfe ihn meinem freundlichen „Sei Ruhig und lass mich in Ruhe Blick“ zu. Das wirkt. Er will mich ja nicht aufhalten. Ja, dann mach es auch nicht. 

Ich lege 10 Euro in die Kasse. Zwar hatte ich am Automaten Koren gezogen aber da sind nur große Scheine rausgekommen. 

Von dem Gemüse soll es nun was zu Essen geben. Ich habe zum Glück auch noch eine Fleischwurst. Von der wollte ich eigentlich Wurstsalat machen aber die ist nun fällig. 

Es ist schön am Feuer. Wir haben uns viel zu erzählen und sonst ist eh keiner mehr draussen. 
Das Essen schmeckt auch. 

Mit mal redet einer durch die Holzbeplankung mit uns. Naja es ist kein reden. Es ist mehr ein empören und beschimpfen. Ich frage ihn ob er sich dazu setzten möchte. Nein, das wolle er nun wirklich nicht. Aber wir … bla bla. 

Eine Stunde später steht dann eine Frau von uns. Die beschimpft uns gleich ohne Begrüßung. Keine von uns reagiert darauf und ich erzähle einfach weiter. 
Mein Gesprächspartner meint das dieser Moment mit Feuer für die Wohnmobillisten wohl zu dicht an der Natur ist. Camping soll es schon sein aber nicht mit Qualm. 

Ich gebe ihm Recht. Jetzt beim Schreiben wird mir bewusst das wir uns gar nicht vorgestellt haben. Ich weiss also seinen Namen nicht. Da muss ich noch dran arbeiten. Wenn man das nicht gleich zum Anfang vom Gespräch macht denn wird es irgendwie gar nix mehr. 

Wir haben abgemacht das wir am Samstag zusammen am Strand lang fahren und uns gegenseitig rausziehen können. Das finde ich eine sehr gute Idee. 

Der Ohrwurm des Tages ist diesmal eher ein kurzweiliges Lied.  Ich hoffe du hörst den Song den ganzen Tag in deinem Kopf. So wie ich. 












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Text und Fotos: Dennis


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