04.09.2017

Mother Earth


Die Robbe wird sterben und die Touristen sind schuld. Meinen Besuch an der Spitze von Skagen habe ich mir so schön vorgestellt. Naja das viele Touristen da sein werden war ja klar. Es waren sogar so viele, dass ich mit mir selber Touristenraten spielen konnte. Jeder gibt also einen Tipp ab woher die anderen Touristen herkommen. Ich habe mich nicht getraut andere zu fragen ob die mitspielen wollen. 

Was ist passiert?


Es gibt einen großen Parkplatz, auf dem eine Stunde 11 Kronen und die Nacht für Wohnmobile 150 Kronen kostet. Der ist gut gefüllt an diesem Sonntag. Es gibt eine Hot-Dog Bude, ein Café und einen kleinen Laden für Souvenirs. 
Die Aussichtsplattform ist schnell vom Parkplatz erreicht. Alle schauen zur Strandspitze. Mir fallen die 17 großen Frachtschiffe an der Küste auf. Alle liegen vor Anker. Ich kann es mir nicht so richtig erklären warum die das machen. 

Vorbei an zwei alten Bunker Anlagen geht es dann zur Spitze von Skagen. 

Die Leute laufen alle am Wasser und es sind sehr Viele. Überall hängen Schilder in drei Sprachen, dass man min. 15 Meter Abstand zu den Robben halten soll. Warum man das soll und dass die Robben Ruhe brauchen weil die sich am Strand ausruhen. 

(Weiterführenden Informationen zu Robben am Strand)

Mir war das ja irgendwie klar. Aber ich komme ja auch von der Nordsee und sowas weiss man halt. 

An der Spitze liegen dann auch zwei Robben. Hätte ich ja gar nicht mit gerechnet. Aber die Schilder stehen ja nicht umsonst da. Die Robben finden die Spitze wohl auch toll. An anderen Stränden habe ich noch keine gesehen. 

Die beiden Robben sind von weiten nur schwer zu erkennen. Weil sehr viele Touristen bis auf 50 cm rangehen um Selfies zu machen. Andere gehen auf einen Meter mit ihrem Hund daran vorbei. Ich bleibe 20 Meter davor stehen. Von hier auch kann ich genau so viel sehen und es wird nicht besser wenn ich noch dichter ran gehe. Einige Touristen machen das auch so. Die bleiben teilweise sogar noch weiter weg stehen. Sehr vorbildlich. 

Ich fühle mich schlecht und hilflos. Wie kann man sich nur so verhalten als Tourist? Respect the Nature! Kann doch ganz einfach sein. 

Als ich wieder gehen will, kommt ein großer Trecker mit einem Anhänger voll Leute angefahren. Das sind die, denen der Weg zu weit ist und die trotzdem gerne an den Strand möchten. 

Ich habe die Befürchtung das es jetzt richtig schlimm wird. 

Als erstes kommt der Mann, der den Trecker gefahren hat. Er geht zu den Robben und verscheucht alle Leute. Sie sollen die Schilder lesen und Abstand halten. Er gibt Anweisungen auf Englisch. Die Leute gehen nur wiederwillig weg. Lieber erst noch ein Selfie machen. 

Mit dem Fuss zieht er eine Linie um die Robben. 

Als er damit fertig ist, spreche ich ihn an. Ob es jeden Tag so ist? Er weiss sofort was ich meine. Jeden Tag, jeden Monat, jede Stunde wäre es so. Er kann da nicht mehr gegen an. Es macht ihn so traurig das die Leute so wenig Respekt vor der Natur haben. Mir geht es genau so. 
Wir reden eine ganze Zeit darüber und versuchen uns nicht weiter aufzuregen. Er meint die Leute aus der Stadt sind die schlimmsten. Die versuchen oft die Robben wieder ins Meer zu rollen weil die der Meinung sind, dass die Robben das nicht selber schaffen.  

Der schaut oft zu der kleinen Robbe und meint die wird es nicht schaffen. Vielleicht ist die Mutter vor den Touristen geflüchtet und hat die Kleine zurück gelassen. Es könnte auch ein Virus sein. Er hat Blut gesehen. Er wird jemanden anrufen der sich das ansieht und ggf. die kleine Robbe erschiesst. 

Ich gehe wieder zurück. Am Wasser finde ich einen Schlüssel. Er sieht aus wie von einem Fahrradschloss oder Schliessfach. Den nehme ich mal mit und gebe ihm beim Souvenir Laden ab. 

Der Parkscheinautomat funktioniert mit Kreditkarte (Ich glaube man kann auch in Bar bezahlen). Bei mir sind 10 Kronen fällig. 

Für mich geht es dann an der Ostsee weiter. Ich navigiere mit meinem Garmin Navi. Die Tage habe ich mir Basecamp auf meinem Rechner installiert. Das ist ein Garmin Programm um das Navi vom Rechner aus zu programmieren und zb. mögliche Stellplätze für den nächsten Tag Abends in Ruhe rauszusuchen. Ich beschäftige mich zum ersten mal intensiver damit und es gefällt mir gut. 

Am Navi habe ich eine Funktion wiederentdeckt. Ich kann Standorte markieren so das ich die später mal besser wiederfinden kann. Das mache ich bei Strandzufahrten und bei tollen Stellplätzen. 

An der Ostsee versuche auf kleineren Strassen zu fahren. Da sehe ich auch kaum noch deutsche Nummernschilder.

Es gibt viele tolle Parkplätze, nicht nur in Strandnähe. Auf den meisten Plätzen steht nicht das Camping verboten ist. 
An der Nordsee in den Touristen Gegenden war es ja überall verboten.  

Hier habe ich ein gutes Gefühl auch für die nächsten Tage schöne Plätze zu finden. Auf so Plätzen haben Volker und ich auch schon bei der Ostseeumrundung gestanden. Kann man gut mal machen. Man muss sich ja nicht häuslich einrichten und tagelang bleiben. 

Zu dieser Jahreszeit sind hier auch nicht viele andere Touristen unterwegs. Abends alleine am Feuer sitzen ist im Moment nicht so meins. Ich gehe also ins Auto wenn es mir zu kalt wird. 


Der Song des Tages ist Mother Earth von Neil Young and Promise of the Real











Text und Fotos: Dennis


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