21.12.2017

Beachlife


Am Strand gehe ich natürlich etwas weiter weg von den Anderen, damit ich meine Ruhe habe. Einen Platz im Schatten gibt es auch. Es läuft leise Musik im Hintergrund. Einige Vögel machen Geräusche und versuchen jemanden zum paaren zu finden. 

Es ist fast schön. Dann kommt ein deutsches Ehepaar. Schon lange zusammen. Mehr aus Gewohnheit. Irgendwie in die Jahre gekommen. Wo wollen wir liegen? Hier? Nein, Karl-Heinz, da. Ja? Nein? Entscheide du! Nein, du. 
Bitte geht weiter. 
Sie möchte eingecremt werden, an den hellen Stellen weniger und an den anderen mehr. Wegen der gleichmässigen Braunheit. Beim schnorcheln wird man ja immer so ungleichmässig braun. Das es an den Speckfalten liegen könnte, kommt ihr nicht in den Sinn. Liegt es ja wahrscheinlich auch nicht. Es ist sicher irgendwas von dem ich nix weiss. 

Die beiden streiten sich nur und haben null Inhalt. Ich glaube das wollte Liese mir im Urlaub erklären das sie vor sowas Angst hat. Also auch so zu werden. Ich habe auch Angst davor. 

Es gibt noch etwas von dem ich dachte das es nur mal eine Mode war. Selfiestick. Hat hier irgendwie auch fast jeder. Aber das stört ja erstmal nicht. 

Das deutsche Paar ist jetzt 16 Minuten am Strand und die Liege wird zum zweiten mal umgestellt. 

Ok, ich gehe ne Runde schnorcheln. 

Dabei habe ich gleich einen schlechten Start. Ich bin einfach vom Strand ins Wasser. Da ist aber nicht so eine gute Idee. Das Wasser wird nicht richtig tiefer und bin über die Korallen geschwommen. Irgendwann höre ich dann nur noch Pfeifen vom Strand. Da wo ich jetzt bin sollte man nicht reingehen. Sondern weiter links. Ah ok. Da wo die anderen alle sind. Na, toll. Hätte ja auch mal einer vorher sagen können. Der Mann von dem Paar wollte es mir noch sagen aber da war ich schon im Wasser. Ihm ist es am ersten Tag auch passiert. 

Weiter links war es dann großartig. Zum Glück habe ich meinen Neoprenanzug mit. Es ist schon etwas frisch. Aber es gibt sehr viel zu sehen. Ein schier endloses Riff. Viele bunte Fische. Das begeistert mich sehr. 

Als ich wieder zurück am Strand bin, stelle ich auch erstmal meine Liege um. Zum dritten mal dann. Also noch einmal mehr als das Paar. 
Die scheinen sich sehr zu mögen. Und reden einfach nur auf eine bestimmte Art miteinander. Wir kommen ins Gespräch. Ich wäre ja wohl grade erst angekommen so weiss wie ich bin. Äh, ja. Aber ich war grade zwei Wochen in Thailand. Ich finde eher das ich braun bin. Jedenfalls im Gesicht. Ah, Thailand. Da warst du wohl nur bei den Frauen und nicht am Strand. 

Seine Frau hat auch gar keine Speckfalten. Die sieht sogar gut aus. Vorhin als ich noch nicht drei mal die Liege umgestellt habe, konnte ich die nur hören und nicht sehen. 
Die war gestern sehr lange Schnorcheln und hat sich dabei einen Sonnenbrand geholt. 

Mir kommt der Gedanke das ich zu schnell über andere Leute urteile. Und mich lieber mal entspannen sollte. Es ist doch ganz schön hier. Ich war bloss noch nicht richtig angekommen und voller Vorurteile. 

Mittag gab es in einem Restaurant am Strand. Diesmal Pizza. Die war lecker und ich habe sogar noch eine zweite genommen. Einfaches Wasser oder Wasser mit Kohlensäure scheint nicht so verbreitet zum Essen zu sein. Die bringen mir lieber Cola oder Bier. Da muss ich nochmal schauen wo da der Trick ist. 

Schön ist auch das fast alle sich zum Essen was überziehen. Da habe ich nicht mit gerechnet. Und es gibt große Stoffservietten. Die mag ich ja auch sehr. Kommt immer so Nobel rüber und man kann sich auch mal richtig den Mund abwischen. Bei den dünnen Papierdingern macht man es beim Abwischen ja eher schlimmer. 

Als ich wieder in mein Zimmer komme, liegt mit mal ein Krokodil auf dem Bett. Ich habe erst mal einen Schreck bekommen. Aber es ist ganz harmlos und ich kann es sogar streicheln. 

Wenn man neu ist einem Club ist, dann wissen das natürlich immer alle gleich. Besonders die, die hier arbeiten. Am Strand kam erstmal jeder vorbei der hier irgendwas anbietet. 
Ob ich nicht mal eine Massage möchte. Oder Nägel machen lassen. Oder Boattrip. Oder ein Bild von mir malen lassen. Ob ich Weihnachten für 25,- Euro an einem Buffet teilnehmen möchte. Äh, nee. Das normale ist ok. Ja, es würde nur eins geben. Ja, dann brauchst du ja auch nicht fragen. Ja, wäre aber Spezial. Ah ha. Mit Champus. Ich trinke nicht. Ob ich die 25,- Euro gleich da habe. Äh. 

Bei der Informationsveranstaltung hat sich mein Reiseleiter vorgestellt und seine Touren angeboten. 
Der eine Mitreisende hat gefragt warum es 25,- Euro extra kostet. Er habe All-Inklusiv gebucht. Darauf wusste der Reiseleiter keine Antwort. 

Dafür wusste er aber das alle Anbieter vom Strand schlechtere Touren anbieten. Mit weniger Sicherheit. Und nur Sie haben ein Flugzeug. Das heisst mit ihm wäre ich früher in Kairo. Also bevor die ganzen anderen Touristen da sind. Ah ha. Leuchtet mir ein. Gebucht habe ich nix. Das junge Pärchen will es sich auch mal überlegen und der eine möchte gerne möglichst günstig nach Hurghada. Er will da mit einem Kumpel saufen. 

Ich habe mich doch tatsächlich eingelebt. Und den Trick den es bei Cluburlauben gibt habe ich auch rausgefunden. Trinkgeld. Habe ich auch schon gegeben. Aber halt nicht allen. Jetzt habe ich mal einen Rundumschlag gemacht. Und gleich bekomme ich vom Chef Kellner die Kinderfotos gezeigt. 
Hmm. Das dann vielleicht auch zu viel. Da muss ich noch ein Mittelweg finden. :-) Aber es gefällt mir insgesamt schon besser als in den ersten beiden Tagen. Wird also. 

Die Kellner kommen jetzt auch bei mir an ob ich nicht mal übersetzten kann. Die Leute die nicht so richtig was verstehen kommen ja aus dem selben Land. Ja, klar. Es geht darum warum man 25;- Euro extra bezahlen soll. Ich frage noch mal nach. Es ist wegen Spezial Dinner. Ok, und was soll es geben? Spezial, Sir. Ok. Seafood. In Thailand hätte man einfach „Same Same“ gesagt.

Als ich vom Strand zurückkomme, spricht mich jemand an. Er würde Quadtouren machen. Und ich sollte nicht beim Reiseleiter buchen. Der wäre viel zu teuer. 

Morgen sollen alleine von FTI noch 30 Leute kommen. Meint jedenfalls der Reiseleiter. Es könnte zu Weihnachten also voll werden. 








Text und Fotos: Dennis


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