26.12.2017

I'm so tired that I can not sleep



Es ist Abend. Ich sitze in der Lobby. Seitdem ich gestern dem einen Kelllner ordentlich Tip gegeben haben muss ich mir um die Getränke keine Sorgen mehr machen. Sogar der große Keller der mit immer gezeigt hat, dass er mich nicht mag und mich ignoriert hat, fragt mich jetzt ob ich was möchte. Mir war er lieber als er mir ehrlich gezeigt hat das er mich nicht mag. Das ist ok. Man muss ja nicht jeden mögen. Jetzt finde ich das er „falsch“ ist. 

Was gibt es noch? 

Schlecht geschlafen habe ich. War lange wach in der Nacht. 

Nach dem Frühstück will ich ins GYM. Aber ich lerne scheinbar nicht dazu. Da wird erst um 10:00 Uhr aufgemacht. Das wusste ich ja eigentlich schon. Mit etwas Wut im Bauch konnte ich meine Leistungen verbessern. Hatte also auch was Gutes. 

Am Strand ist es windig. Und somit kalt. Ich versuche mich in den Windschatten zu legen. Das klappt. Doch da ist auch Schatten von der Sonne. Das will ich eigentlich auch. Doch jetzt ist es zu kalt. Luxusprobleme für 400 bitte. 

Es gibt eine Bude am Strand, da verkauft jemand gemalte Fotos. Der war schon gleich am ersten Tag bei mir und hat sich und seinen Service vorgestellt. 
Er kann sich noch an alles erinnern was ich ihm erzählt habe. Das imponiert mir. Wir kommen ins Gespräch. Was ich beruflich mache? 
Ich hatte mir vorgenommen nicht über meinen Job zu reden und nicht zu sagen das ich eine Firma für Rolläden und Markisen habe. Wenn ich das mache dann wollen immer nur alle über Arbeit reden. Da habe ich ja gar keine Lust zu. 
Also sage ich ihm das es schwierig ist bei mir. Und versuche Zeit zu schinden. Bei meiner Idee nicht darüber reden zu wollen habe ich nicht über eine Lösung nachgedacht. 

Dann kommt es mir. Ich mache Coaching und Beratungen. Stimmt ja irgendwie auch. 

Das findet er toll. Er meint da muss man gut für beobachten können und das Beobachtet auch nutzen können. Ich gebe ihm Recht. Der ist eigentlich ganz nett. Er setzt sich zu mir. Wir reden über die russische Mafia. 
Und über die Sache, dass die Leute die hier was verkaufen wollen immer so aufdringlich sind. 
Er meint das ist immer so und das machen die auch bei den Einheimischen. Er hasst es und mag es nicht wenn es zu viele Leute sind und die einen einfach so anfassen und aufdringlich sind. Hallo Monk und willkommen in meiner Welt. 

Dann reden wir über die Unterschiede von hier zu Deutschland. Das mag ich ja immer gerne. Es ist gar nicht so doll unterschiedlich. 

Ob ich nicht mal seinen Laden anschauen möchte. Nicht um was zu kaufen. Ja, klar. 
Nein, meint er. Ihn würde meine Meinung interessieren. Von wegen Coach und so. (Ok, ich muss meine Idee noch mal überdenken) Zum Abschied klopft sich jeder zwei mal kurz auf Herz. Ich werde mir den Laden mal ansehen.

Mir ist es am Wasser zu kalt und ich schaue mal nach einem Platz beim Pool. Da ist irgendwie kaum jemand und dann merke ich das ich total müde bin. Schlaf doch einfach auf dem Zimmer, Junge und quäl dich nicht so. 

Das klappt erst auch nicht so. Ich bin nach 20 Min wieder wach und fühle mich gerädert. Was ist denn hier los? 

Ist es vielleicht der Kaffee den ich sonst gar nicht trinke? 

Wie ich vor ein paar Tagen rausgefunden habe, gibt es doch richtigen Kaffee und der schmeckt mir sogar. Und das ob wohl ich sonst eher Tee trinke. Der schmeckt hier aber eher mittelmässig. 
Natürlich kann man hier Tee kaufen. Gibt es an den Buden vor dem Hotel aber dann muss ich wieder an den Typen vorbei der mir Parfüm verkaufen will und sich immer was gehässiges in den Bart brummelt wenn ich nix kaufe. 

Neben mir sitzt jetzt einer.  Es ist eine rote Sitzecke in der Lobby. Davon gibt es 5 Stück. Ein Sofa für 3 Leute. (Da sitze ich in der Mitte) und zwei Sessel. Er sitzt links auf dem Sessel. Dazu ein Tisch mit einer Glasplatte. Ich hatte wieder Kopfhörer drin und ich habe auch ein wenig mitgesungen. Einen leicht verwirrten Eindruck zu machen hilft sicher wenn man in Ruhe schreiben will. 
Der Mann, vermutlich Deutscher. Etwas älter als ich. Ganz gut in Form. Schon länger hier. Setzt sich und fängt an auf einem Kindle zu lesen. Ich nehme aus Höflichkeit die Kopfhörer raus.  Er hat keinen Redebedarf. Auch ok. Doch was ist es mit mal für ein Flüstern? Ich komme erst nicht drauf. Schaue mich um. Nix zu sehen. Dann habe ich es. Er liest es sich selber leise vor.  

Noch einen Milchkaffee, bitte. 

Jetzt habe ich es wirklich. Er schaut einen Film und das ohne Kopfhörer und dafür nicht so laut. 

Ich singe weiter für mich. In einer ähnlichen Lautstärke wie er seinen Film hört und ohne Kopfhörer. 

Ach so, ich war ja beim Schlafen stehen geblieben. Ich habe es dann nochmal versucht und bin gefühlt mitten in der Nacht aufgewacht. Dabei ist es 19:00 Uhr. Wann ist noch mal Abendessen? 
Ich gehe mal schauen. Scheint grade angefangen zu sein. Überall lange Schlangen. 

Zu Mittag gab es ja wieder diese Hackfleischspiesse und Pizza. Bin eigentlich noch satt und habe ja den Nachmittag auch nix gemacht. Aber irgendwie langt es ja auch nicht für den Abend. Also mal schauen was es gibt. 
Draußen ist der Grill an. 
Bitte keine Leber. Bitte keine Leber.
Es gibt Chicken. Schmeckt sogar gut. Ich hole nochmal nach. Was gibt es da wo die anderen alle anstehen? 
Kroketten, Spinat und Lasagne. Ok, alles mal probieren. Kroketten sind matschig. Habe ich auch schon mit gerechnet. Aber auch ganz lecker. Spinat ist voller Salz. Da ist also das Salz das ich gerne auf meinen Eiern am Morgen hätte. Und die Lasagne ist auch ok. 

Es wird mir ein Rentner aus Deutschland an meinen Tisch gesetzt. Wir sind uns sofort einig das beim Essen nicht geredet wird. Ein Nicken als Begrüssung langt auch. 

Ich habe heute nur ein Foto gemacht. Wie soll man auch mehr machen wenn man den halben Tag im Bett liegt. Und warum habe ich eigentlich keinen Nachtisch genommen? So ein Stück extra süsser Kuchen wäre doch Super zum Kaffee. 





Text und Fotos: Dennis


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