26.12.2017

Wind und Kater



Boar habe ich schlecht geschlafen. Ich fühle mich als wenn ich mit Richard den Vodka getrunken habe. Habe ich aber zum Glück nicht. Wie lange gibt es noch mal Frühstück? 
Ich drehe mich nochmal um. Wenn ich das verpasse ist es auch nicht schlimm. Ach denn ist ja noch der junge Mann der das Zimmer sauber macht. Der muss ja auch bald kommen. Ach, egal. 

Ich schlafe für sagenhafte 10 Minuten wieder ein. Ja, dann halt nicht. 

Hemd und kurze Hose an. Sonnenbrille nicht vergessen und los. 

Ich bestelle mir drei Eier und ordentlich Wurst dazu. Danach probiere ich mal Schokoflakes mit Yoghurt. 

Der Keller fragt ob er abräumen darf. Yes! Sure? I am always sure. Wir lachen beide. 

Warum ist es eigentlich so kalt? Habe ich sowenig geschlafen oder was ist hier los. Ein Blick aufs Meer bringt Erleuchtung. Es ist windig wie Sau. Richtig mit Wellen. Strandtag fällt wohl heute aus. Hatte mir eh vorgenommen heute mal mehr zu schreiben. Gestern bin ich ja nicht dazu gekommen. 

Beim durchschauen der Fotos fällt mir auf das ich gestern einen Modelfotografen in der Anlage fotografiert habe. Die Kleine ist mit ihren Eltern hier. Raucht gerne Weed und macht eine bessere Figur als es beim fotografieren aussah. Ich habe Richard davon erzählt und er hat sie dann gleich bei uns am Tisch ausgefragt und sich die Fotos zeigen lassen. 

Jetzt sitze ich in der Lobby auf einem Sofa. In der Mitte steht der künstliche Weihnachtsbaum. Es ist geschmückt. Die Krippe mit dem Jesuskind darf auch nicht fehlen. Heute haben die Leute keine Weihnachtsmützen mehr auf. Es ist laut und voller als sonst. Heute wollen wohl viele nicht am Strand sein. 
Warum flieht man eigentlich vor Weihnachten und baut dann mitten in der Wüste alles so weihnachtlich auf? Oder fliehe nur ich davor? 

Mir kommt eine grandiose Idee. Das habe ich mir von Leuten aus der Stadt abgeschaut. Ich mache mir Kopfhörer rein und höre Musik beim schreiben. Dann lenken mich die anderen Geräusche nicht so ab. Die Kellner sehen es und fragen mich nicht die ganze Zeit „Alles gut?“ So kann ich auch arbeiten. 

Ein deutscher Mann im Vorrentneralter möchte sich zu mir setzten. Ich nicke ihm zu. Er fängt an zu reden. Ich schreibe weiter. Es dauert nicht lange da lässt er es bleiben. Klappt also ganz gut. 

Ich habe mich für „Lullaby“ von The Cure entschieden. Den Song kann ich lange Zeit hören. Habe ich schon öfter gemacht. „On candy stripe legs the Spiderman comes“

Gegenüber sitzen zwei junge Mädchen mit ihrem Vater. Die beiden schauen so als wenn die was erleben wollen. Richard meinte gestern, dass man dazu aber den Vater ablenken muss. Ich weiss nicht ob es meine Zielgruppe ist.  Sieht mehr so nach „Abimädchen“ aus.  „ Creeps closer now, closer to the foot of the bed"

Richard ist wieder da. Ob wir ne Runde Pool spielen wollen? Ja, großartige Idee. Wir sind beide aus der Übung oder wir konnten es nie besser. Es geht 2:1 aus. Ein ganz guter Zeitvertreib. 

Dann geht es zum Mittagessen an die Strandbar. Das YP Mädchen möchte uns begleiten. Es ist ganz schön windig und mit langer Hose und Kapuzenpulli fast zu kalt. 
Die Kleine möchte dann doch nicht bei uns sitzen und lieber auf ihren Freund warten. Dabei macht sie keinen glücklichen Eindruck. Ich sehe sie viel glücklicher wenn sie ohne ihn unterwegs ist. Aber das ja ihr Ding. „That the Spiderman is having me for dinner tonight“

Es ist kalt. 19 Grad und Wind. Dazu ein wolkenloser Himmel. Ich hätte nie gedacht das man im Winter bei 19 Grad plus frieren kann. Aber es ist möglich. Die Tage sollte das Wasser mal 25 Grad warm gewesen sein. Aber jetzt laufen irgendwie alle mit Jacken rum. 
Ich gehe in die Sauna aber selbst da ist es kalt. „ I will wake up in the shivering cold"

Es scheint so das sich mein Körper dem Essen hier angepasst hat. In den ersten Tagen hatte ich immer Hunger und konnte die Eröffnung des Buffets kaum abwarten. Heute habe ich fast Mittag verpasst weil ich noch gar keinen Hunger hatte. Und meine Laune ist besser. Lag wohl am Essen und das ich mich hier erstmal an alles gewöhnen muss. 

Richard hat seinen letzten Abend und er möchte noch einen „Score in Egypt“. Wie er es nennt. Ich empfehle im das YP Girl. Die hat mich ja schon zwei mal nach ihm gefragt. Mich scheint sie nicht zu mögen. 

Wir schauen uns um und legen Taktiken zurecht. Ich lasse ihn machen und bin nur beratend tätig und gebe Tipps wenn mir was auffällt und ich eine gute Idee für einen Aufmacher habe. 

Irgendwann sitzen wir am Tisch mit zwei Männer und einer Frau die gerne Bücher liest und nicht trinkt. Sie ist alleine hier und kommt aus Graz. Wir reden Deutsch und Richard versteht fast nix. Irgendwie unfair. Ich übersetzte. Es ist mühselig. Das Mädel geht dann zu Bett. Die beiden Jungs unterhalten sich auf Deutsch und ich spreche mit Richard englisch. Wir wollen uns wieder treffen und verabschieden uns ausführlich. 

Ein schöner Abend. „ And the Spiderman is always hungry“















Text und Fotos: Dennis


Unterstütze mich über meinen Amazon Affiliate Link. 

Schwierigkeiten beim Kommentare schreiben? Hier wird dir geholfen



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für deinen Kommentar.