01.01.2018

People Are Strange



Man habe ich Hunger. Und wegen den Feierlichkeiten fängt es alles eine Stunde später an. Und was haben sich alle aufgedonnert. Davon war die ganze Zeit noch nix zu merken. Und jetzt übertreiben es alle. Kann man sich nicht einfach jeden Abend ein wenig schick machen?

Ich habe diesmal nix extra für die Feierlichkeiten bezahlt. Weihnachten gab es ja auch das normale Buffet. Und so viel besser war das Essen ja auch nicht. Und diese schreckliche Musik brauche ich nicht. In Feierlaune bin ich eh nicht. Wie kann man schon ein Fest mögen auf dem sich alle besaufen nur weil man es halt so macht. 

Das normale Buffet gibt es diesmal nicht. Und am Eingang gibt es Kontrollen und man wird zum Tisch geführt. Diese sind nach Zimmernummer zugeteilt. 
Man gut das ich ein Straßenabitur habe und natürlich dank jahrelanger Erfahrung auch so auf die Party komme. 
Es gibt zwei Tische ohne Zimmernummern. Ich behalte beide im Auge. Der eine Tisch füllt sich mit älteren Junggesellen. Naja, zur Not geht das auch. 

Der andere Tisch ist größer und noch komplett frei. Die Ersten gehen zum Buffet. Es gibt lange Schlangen. Ich stehe draussen. Und zwar auf der Seite auf der es keine Kontrollen gibt. Ich rede mit dem Personal. Durch die Glasfront kann ich ungestört alles beobachten. 

Dann ist meine Zeit gekommen. Ich lege meine Tasche auf einen Stuhl an dem großen Tisch. Er ist immer noch frei und es kommen keine Leute mehr rein. Läuft. 

Ich hole mir was zu Essen. Das Rindfleisch schmeckt sogar sehr gut. Und die Ente geht auch. Leider ist die etwas kalt. 
Als ich zum Tisch zurück komme sitzen die beiden Tagesvollsten auch am Tisch. Och nee. 

Der eine versucht mit mir zu reden. Ich glaube es sind Polen. Ich kann sie nicht verstehen. Er lallt eher als das er spricht. Und ich glaube er spricht Polish. Eine Mischung aus Polnisch und English. 
Ich verstehe ihn nicht. Aber ich glaube er will wissen wo ich herkomme. Also sage ich: „I am from Germany“
Die beiden schauen sich an und stehen auf. Nehmen Ihr Bier in die Hand und ziehen ab. Erst nach draussen. Dann zur Toilette. Dann wieder zurück. Dann sehen sie mich und gehen woanders hin. 

Ich kann in Ruhe sein und alleine essen. 

Es gibt zwei Teller voll Rindfleisch. Außer ein paar Tomaten und zwei halbe Kartoffeln keine Beilagen. Und dann noch was Süßes als Nachspeise. 

Dann hält mich nix mehr auf der Party. Die Animateure sammeln Kinder ein und es geht wieder mit der „Vogelschiessermusik“ aus den 80zigern los. Ich bin raus. 

Vielen Dank an alle die mir das Elefantenvideo auf Whats App geschickt haben. Beim ersten mal war es als unpersönlicher Gruß ja fast noch witzig aber als es dann zum 16. Mal gekommen ist, war es eher langweilig. 

Auf den Weg zur Toilette fällt mir auf das hier Sicherheit auch mal groß geschrieben wird. Scheinbar ist man auf ein Feuer bei den Feierlichkeiten eingestellt. Der Feuerwehrschlauch liegt jedenfalls schon mal bereit. 

Im Nachbarhotel gib es wieder eine Outdoor-Veranstaltung. Ziemlich laut. Und es schallt genau zu meinem Zimmer rüber. In meinem Hotel ist die Party auch laut aber die ist wenigstens drin. 
Beide Partys sind Sitzpartys und die mag ich schon an normalen Tagen nicht. 

Um Mitternacht gibt es im Nachbarhotel ein Feuerwerk. Ich lege mein Buch weg und schaue kurz vor die Tür. Naja im Laufe der Jahre habe ich ja schon ein paar Feuerwerke gesehen und das ist nicht das Beste. Sonst ist keiner draußen den ich sehen kann. Also wieder zu Bett. Ich lese noch 3 1/2 Seiten und schlafe ein. Happy New Year

Dann sehe ich wie Tim Mälzer am Flughafen verhaftet wird. Sieht ziemlich durchgefeiert aus und trägt auch im Gebäude eine große dunkle Sonnenbrille. Er sagt das er unschuldig ist. Ich glaube ihm nicht. Und wo bin ich überhaupt hier? Es macht ein polterndes Geräusch und ich bin wach. Ah, nur geträumt. Ich liege im Bett und der junge Mann, der auch nicht weiss wo meine Hemden sind (Obwohl er sie mitgenommen hat) steht vor der Tür. Er klopft. Ich sage: „One Moment.“ Er kommt rein. Ich sitze im Bett. Das kommt ihm auch gar nicht seltsam vor und er fängt anzureden. Hey, i need some Time. Ok, 10 Minutes. 

Dann zum Frühstück. Die Mädels die sich gestern richtig aufgedonnert haben, sehen jetzt um so ramponierter aus. 

Als ich das schreibe, liege ich am Strand. Es ist windig. Ich habe zum Hemd einen Kaputzenpulli an. Und ich liege in der Sonne. Irgendwie brennt und blendet die Sonne aber dann ist es auch so kalt das ich gerne noch eine Decke hätte. 

Ein tschechische Paar liegt neben mir.  Er sieht aus wie Achim Reichel aber hat natürlich lange nicht die Klasse. Er erwidert den „Happy new Year“ Gruß vom Strandauflagenverteilermann mit Thank you. Ich ignoriere die schon seit Tagen. Er bräunt seinen faulen Körper in einer zu knappen Addias Badehose für Leistungsschwimmer und spricht sehr laut. Sie hat auch bessere Jahre gesehen ob wohl sie versucht sich Mühe zu geben. 

An der Rezeption frage ich nach meinen Hemden. 

Der Mann der nur kurz das Telefon vom Ohr nimmt sagt er lässt sie aufs Zimmer bringen. 
Und da kommt ihr nicht von alleine drauf? Deshalb warte ich jetzt schon eine Woche und nix passiert und niemand weiss wo meine Hemden sind? Was denkt ihr warum ich die, in die Reinigung gegeben habe? Weil ich die nicht mehr brauche oder damit ihr mir die nach dem Urlaub nach Hause schicken könnt? Das alles sage ich natürlich nicht aber vielleicht wäre das mal angebracht? 





























Text und Fotos: Dennis


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