05.12.2018

Eine Spurbreite an der Katastrophe vorbei.



Gestern bin ich schon wieder nicht dazu gekommen etwas zu schreiben und das obwohl ich nicht richtig Leute kennengelernt habe. 

Seit Tagen habe ich ja den rechten Vorderreifen im Auge. Da ist die Felge immer etwas voller Öl. Das ist nur auf der Aussenseite und es scheint etwas undicht zu sein. Das Fett in der Achskugel ist es nicht. Das ist bis zum Rand voll. Dann kann es ja nur noch das Öl vom Diff sein oder Fett aus dem Radlager. 
Der Defender fährt sich auch etwas schwammig vorne. Also kein Chattering sondern eher etwas weich. 
Ich habe ja schon 2 mal Luft abgelassen. Bin jetzt bei 2,5 Bar. Das ist ja immer noch recht hoch. Auf der Autobahn in Deutschland und Frankreich hatte ich über ein Bar mehr. Daher kommt wahrscheinlich das schwammige Gefühl bei Fahren. Habe ich mir jedenfalls eingeredet. 

Gestern morgen war ich dann noch mal in dem Klettergebiet an der Küste. Wieder niemand da. Warten bringt hier ja auch nix. 
Mir hat jemand den Tipp mit einer Boulderhalle in Lissabon gegeben. Warum sagen wir eigentlich Lissabon wenn die Stadt Lisboa heisst? 
Ich suche die im Internet mal raus. Liegt auch am Wasser und liegt auf der Strecke. Macht aber leider erst um 16:00 Uhr auf. 
Na gut, ich fahre da mal hin schaue mir das mal an und wenn das einen guten Eindruck macht dann bleibe ich noch eine Nacht. Mal wieder richtig Sport machen ist bestimmt gut. Und ich kann mir ja noch etwas die Stadt ansehen. 

Wenn ich sonst mit dem Defender unterwegs bin da reagieren die Leute. Irgendwie. Junge Mädels an der Ampel winken mir zu. Kinder springen vor Freude in die Höhe. Leute zeigen den Daumen nach oben. Sowas passiert hier eher nicht so. 

Bis auf gestern. Zweispurig in der Stadt. Ich fahre natürlich Rechts. Links überholt jemand. Bleibt auf der gleichen Höhe wie ich. Gibt Zeichen. Zeigt vorne auf das Auto. 
Ok, kenne ich schon. Ganz alter Trick. Machen die auf der Autobahn oft und wenn man dann anhält dann klauen die einen was aus dem Auto. 
Aber der war alleine im Auto. Geschäftsmann. Großes Auto. Vielleicht ja ein Plattfuss. Er fährt auch wieder. Ich nicht. Da vorne ist eine Tanke. Schnell mal hingefahren und nachgeschaut. 
Luftdruck ist ok. Das ist es nicht. Ok. Vielleicht qualmt das Auto. Also mal wieder angemacht und mit laufenden Motor nachgeschaut. Auch nix. Was der wohl gemeint hat. Ja, Dennis nun denk mal nach. Was wollte der dir sagen. Der hat doch auf irgendwas gezeigt. 

Ich wackle am Vorderrad. Es bewegt sich etwas. Seltsam. Machen das die anderen Räder auch? Ich probiere es. Nein nur das eine. *Schimpfwort deiner Wahl* Das hatte ich hinten schon mal. Da waren die Muttern in der Spurverbreiterung lose. 
Danach sieht es hier jetzt auch aus. 

Also mal schnell einen Parkplatz zum Schrauben gesucht. Am besten einen mit Gefälle nach Hinten. Dann kann ich da mit den Reifen gegen den Kantstein und das Auto kann dann nicht wegrollen wenn ich den Wagenheber benutze. 

So ein Platz ist in 3 Min gefunden. 

Dann wollen wir mal. 

Radkreuz und Wagenheber aus dem Auto wühlen. Muttern lösen. Auto hochheben. Rad runter. Und was gibt es zu sehen? 

Alle Muttern sind lose. *3 Schimpfwörter dein Wahl* 
Na ok. Der Schaden ist schnell behoben und es ist nix passiert. Aber ich ärger mich über meine eigene Blödheit. Erstmal habe ich die Muttern angezogen. Warum passiert mir das schon zum zweiten mal. Bin ich echt zu Blöde um ein paar Muttern anzuziehen? Und warum merke ich das nicht beim Fahren? Und wenn mir schon was auffällt warum deute ich es nicht richtig? Sogar jetzt einen Tag später werde ich beim Schreiben noch sauer über mich selber. Was da alles hätte passieren können. Da will ich immer so schlau sein und bekomme nicht mal sowas einfaches hin. 

Rumheulen nützt jetzt auch nix. Ist ja nochmal gut gegangen. 

Also mal zur Boulderhalle

Die macht einen guten Eindruck. Nebenan ist ein Touratech Laden. Wusste ich gar nicht das die auch in Portugal Läden haben. Der ist aber auch noch zu. 

Dann kann ich mir ja auch noch mal die Stadt ansehen. Hier in der Gegend scheint es aber nicht viel zu geben. 

Ich fahre nochmal etwas zurück. Da gab es doch vorhin so ein Gebiet in dem viele Touristen waren. Einen Parkplatz finde ich schnell. 

Durch kleine Gassen schaue ich mir die Stadt an. Brauchen kann ich ja nix. Also schlender ich nur so rum. Hunger habe ich auch nicht. Das Frühstück (2 Bananen, 500 Gramm Jogurt und 50 Gramm Schokolade) halten noch vor. 

An diesem Tag werde ich von 6 verschieden Männern gefragt ob ich Drogen kaufen möchte. 

Ich finde noch einen sehr schicken Bücherladen. Verwinkelt. Sehr groß. In alten Gemäuern. Echt sehr Stylisch und lädt ein zum verweilen. Kletterführer haben die leider nicht. Aber das war toll da. 

Irgendwann ist es dann Zeit für eine kleine Mittagsstunde und dann soll es zum Bouldern gehen. 

Die Halle ist schön. Einfach. 300 m2. Nette Leute. Saubere Duschen. Alles ist ok. 

Bloß mit mir stimmt was nicht. Ich bin die ganze Zeit am Nachdenken. Nix klappt. Ich schaffe nur die allereinfachsten Routen. Ich habe kein Selbstvertrauen. Fühle mich fett und schlapp. Sport ist heute auch nicht das richtige. Ich lasse es nach 2 Stunden wieder sein. In der Pause trinke ich einen Dirty Chai. Chai mit Espresso. Gute Idee. Einen Kletterführer haben die hier auch. Leider hat der Süden von Portugal einem Anfänger wie mir laut dem Buch nix mehr zu bieten. 

Eigentlich hatte ich geplant an der Boulderhalle zu übernachten aber ich will mir noch das Nachtleben ansehen von dem ich schon so viel gelesen habe. 

Also noch mal wieder einen Parkplatz suchen. Und wieder durch die kleinen Gassen. Jetzt könnte ich auch mal was essen. Erst finde ich gar kein Restaurant. Dann finde ich ganz viele. Überall sind alle Tische frei. Ganz schlechtes Zeichen. Die Karten sind in 4 Sprachen auch ganz schlechtes Zeichen. 

Wo gehen denn die Einheimischen hin? 

Ich finde nix. Irgendwann muss ich dann auch mal auf Toilette und betrete einen Laden in dem ein paar jungen Einheimische sitzen. Ja Toilette haben die. Ne Karte gibt es auf Englisch. Das Essen ist ok. Aber auch nur ok. Ich habe auch echt keinen Bock mehr. Alles tut weh. 

Jetzt noch einen Schlafplatz finden. 

Ich entscheide mich für einen Parkplatz an der Uni. 

Als ich ne halbe Stunde später die 7 Kilometer geschafft habe, sehe ich das der Zirkus den Platz eingekommen hat. 

Ok. Also Industrie-Camping. Ich parke einfach irgendwo an der Strasse auf einem Parkplatz und lege mich nach hinten zum Schlafen. Das die Strasse aus Kopfsteinplaster ist und somit die Autos noch lauter sind merke ich natürlich auch erst als ich schon im Bett liege. Mir fallen trotzdem gleich die Augen zu. 

Gut geschlafen habe ich da natürlich nicht.  
Es wird Zeit das ich wieder an den Strand komme. 

Ich will Lisboa schnell über die Autobahn verlassen. Es ist dichter Nebel. Jetzt haben hier alle Licht an nicht so wie zum Anfang im Norden. Es haben sogar fast alle Nebelschlussleuchten an. Das nervt aber auch.  








































Text und Fotos: Dennis


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Kommentare:

  1. Moin,
    das hätte mal ins Auge gehen können... Glück gehabt.
    Falls du noch Infos für deine weitere Reise Richtung Süden suchst, du kannst unter portugalforum.de als auch unter portugalforum.org gucken und fragen... "dort werden sie geholfen"... dort sind viele Deutsche, die hier in Portugal leben und regelmäßige Urlauber anzutreffen.

    Vergiss nicht, die Schrauben noch einmal nachzuziehen und weiterhin gute Fahrt

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    1. Moin,

      vielen Dank für die Links. Die habe ich mir schon ganz kurz angeschaut. Leider in die Internetverbindung an meinem Standort hier sehr langsam. Ich schaue später nochmal.
      Das überprüfen des Spiels in den Rädern gehört ab jetzt zu meiner Morgenroutine beim Warmlaufen lassen. Sowas soll einfach nicht nochmal passieren.

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