Am letzten Strandtag ist nochmal richtig was los.

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Das Wetter wird schlechter. Einen guten Strandtag gibt es noch und ich muss eh wieder Richtung Heimat. Gewitter ist angesagt aber erst zum Abend hin. Ich überprüfe ob es überall so werden soll. Unter Umständen könnte ich ja früher losfahren und noch irgendwo einen Tag am Strand einlegen. Dann wäre der Fahrweg auch auf zwei Tage verteilt.

Aber noch ist es warm und schön. Ich bleibe also erst noch am Strand. Bei der Wärme ist es eh nicht so schön zu fahren. Im Regen aber auch nicht. Beides durch das alte Auto bedingt.

Erst mal eine Mittagsstunde. Meine Schulter fängt an rot zu werden und ich brauche Schatten.

4 Stunden soll es bis Rømø sein. Dann wäre ich so um 20:00 Uhr da wenn ich jetzt losfahre. Noch scheint die Sonne aber zieht sich schon zu. Ganz guter Zeitpunkt um loszufahren. Ich entscheide mich dazu möglichst lange noch am Strand zu fahren. Liegt ja eh auf dem Weg. Ich fahre also durch das ganze Militärgebiet. Da ist der Strand teilweise sehr weich. Aber auch voller Steine. Kann man gut in den Untersetzungsgängen fahren. Aber viel schwieriger als an dem zivilen Strand. Ich bin fast am Ende angekommen da sehe ich drei Fahrzeuge dicht beieinander und viele Leute die mir zuwinken. Der eine steht dich am Wasser und hat Schieflage.

Ein Mercedes SUV also so ein Kunststoffauto mit Strassenreifen hat sich eingebuddelt. Das auch gleich richtig. Also bis auf den Rahmen. Das dann auch noch dicht am Wasser so das der immer tiefer eingespült wird. Spannend.

Zwei andere haben es schon versucht. Ein normaler Defender und noch so ein Kunststoff Auto. Ein Seil ist durchgerissen. Und viel geschafft haben sie noch nicht.

Ob ich helfen kann?

Na klar. Wir nehmen am besten meine Seilwinde. Den zweiten Defender stellen wir hinter meinen. Da verbinden wir beide mit einer Rundschlinge und die Defender bremsen. Wenn wir ins Rutschen kommen dann buddeln wir auch noch einen ein.

Dann ganz langsam mit der Winde ziehen. Alle aus dem Gefahrenbereich raus. Und auf jedenfall die Ruhe bewahren. Ich bin guter Dinge. In Polen habe ich das mit Hauke auch schonmal so gemacht. Das klappt. Zur Not habe ich noch eine Umlenkung für das Windenseil.

Ich versuche viel Ruhe in das ganze zu bringen. Hektik hilft uns nicht weiter. Das klappt auch. Ich ziehe mit der Winde. Erst passiert nix. Dann kommt der Mercedes ganz langsam. Die Bremsen bei den Defender halten gut.

Ich mache eine Pause. Nochmal etwas buddeln. Nicht das da noch unnötig Kunststoffteile abreissen.

Nach der Pause geht es weiter. Die Winde jault und der Mercedes ist raus. Das ging ja gut. Viel mehr wäre da ohne Umlenkung auch nicht drin gewesen. Aber es hat ja gelangt.

So schlimm hatte ich es am Strand lange nicht mehr. Die meisten fahren sich ja so fest, dass es auch langt wenn man mit drei Leuten schiebt. Dann kommt das Auto auch wieder frei.

Die Freude ist groß. Es gibt noch eine kurze Roomtour beim HBM und dann geht es weiter.

Auf dem Weg nach Rømø halte ich zweimal an einer Hotdogbude an. Hotdogs hatte ich die ganze Zeit noch gar nicht. Gehört ja zum Dänemark Urlaub auch irgendwie dazu. Genauso wie der Kakao in Flaschen.

Auf der Fahrt ist es richtig heiss. Das hatte ich gar nicht mehr so in Erinnerung wie warm es im Defender wird. Das Wasser am Getriebetunnel hat Duschtemparatur. Ich möchte bei der Fahrt am liebsten die Tür aufhalten. Obenrum ist es ok. Da ist angenehmer Durchzug aber von unten im Fussbereich kommt es richtig heiß hoch.

Dann mit mal Sturm. Blätter und Äste wehen durch die Gegend. 10 Grad weniger. Regen. Viel Regen. Ich mache schnell alle Fenster und Lüftungsklappen dicht. Es tropft mir trotzdem auf den rechten Fuss. Hin und wieder spritzt mir Regen ins Gesicht. Aber es ist angenehm erfrischend.

Auf Rømø neigt sich der Tag dem Ende zu. Ich fahre beide Strände ab. Es gibt aber nicht viel Interessantes zu sehen. Nur Weißware. Langweilig.

Es ist glaube ich eine ganz gute Idee wieder Heim zu fahren. Nächste Woche gibt es Regen. Die Dänen mit denen ich gesprochen habe meinte ich habe mir die perfekte Woche für meinen Urlaub ausgesucht. So scheint es mir auch. Danke an alle für die tollen Gespräche und Begegnungen auf dieser Tour.

 

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