Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt…

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Der Tagesplan sah vor:

Aufstehen, frühstücken, ins Gelände, Anette fährt, Fahrerwechsel und Richtung Heimat; mindestens bis in die Uckermark.

Das wurde draus:

Aufstehen, nicht frühstücken, ins Gelände, Dennis fährt, kein Fahrerwechsel, Richtung Heimat; Fahrtabbruch nach nicht mal 50 km.

Warum das so kam?

Kein Frühstück: weil wir beide dachten, wir hätten noch was, aber beide falsch lagen und im Camp gab es noch nix als wir los wollten.

Dennis fuhr im Gelände, weil wenn er hungrig ist, ist er reizbar. Geduld ist ohnehin schon nicht sein zweiter Vorname und das gekoppelt mit Hunger und mir hinterm Steuer: explosive Mischung. Nee, nee, lieber nicht. Also habe ich mich im Navigieren – ohne Tripmaster – geübt. Klappte auch ganz gut. 2x hing ich, aber das waren Stellen an denen auch andere hingen, weil es echt kniffelig war und es halt ohne Distanzmesser phasenweise sehr schwierig ist fehlerfrei zu bleiben.

Da wir auch nach dem Gelände noch nichts zu essen hatten, blieb die Laune eher so medium. Das änderte sich schlagartig, als nach ca. 2 Kilometern auf der Straße der HBM plötzlich anfing stark in der Lenkung zu schlagen und zu ruckeln.

Die Laune kam zum Tiefpunkt, als das bei blieb und auch keine schnelle Diagnose am Straßenrand gestellt werden konnte.

Wir haben es eine Weile versucht, aber schnelleres Fahren war unmöglich. Also, rauf auf eine Tanke und den ADAC rufen.

Die sagten uns, dass wir mind. 1,5 Stunden warten müssten.

Schnell kamen wir auf die Idee Tomasz, einen der Organisatoren vom LR Only, anzurufen. Und, außerdem lag Dennis auch schnell wieder unterm Auto.

Nach ein bisschen Sucherei hat er den Fehler gefunden: Gummilager an der Radaufhängung sind durchgeschlissen. Das war im Gelände nicht zu merken, aber halt auf der Straße, wenn man schneller wird.

Tomasz hatte uns derweil auch Hilfe organisiert: Lukasz hat eine Werkstatt und ist einer seiner Land Rover Freunde. Schnell haben wir mit ihm gesprochen und es stellte sich heraus, dass er uns mit einer gebrauchten Stange aushelfen kann. Einzig brauchen wir ein bisserl Geduld, denn er muss erst zur Werkstatt und kommt dann zu uns.

Auch Kai, einer der Berliner Truppe mit denen wir das Wochenende verbrachten, bot sich schnell an, dass wir zu ihm in die Uckermark kommen und er dort mit Dennis zusammen eine improvisierte Lösung bastelt.

Nun stehen wir noch an der Tanke. Den ADAC Mann haben wir wieder weg geschickt und wir hoffen, dass Lukasz in Kürze bei uns eintrifft.

Während wir hier warten, fällt auf, was für ein unglaublich hilfsbereites Völkchen die Polen doch sind. Nicht nur Tomasz und Lukasz, die uns sofort helfen, sondern auch die vielen Menschen, die uns hier auf der Tanke ansprechen und uns ihre Hilfe anbieten.

Und, die auch gerne Fotos vom HBM machen und sich über ihn freuen.

So gewinnen wir dann auch – trotz dieses dumm gelaufenen Tages – am Ende unser Lachen zurück und nehmen es gelassen hin. Nützt ja nix…

In diesem Sinne: danke an Tomasz und Lukasz sowie Kai und liebe Grüße von der Tanke!

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2 Gedanken zu “Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt…”

  1. Wow, das war ein “ Death wobble“ mit dem ist nicht zu spaßen, gut das nichts schlimmeres als miese Stimmung passiert ist und wie zu lesen zum Schluss mit einem happy end.
    Der „Death wobble“ ist sehr schön in einem Artikel von “ matsch & piste “ beschrieben. Eine echte Safari in einem Land Rover Defender ohne Panne, war kein richtiges Abenteuer, denn man wird gezwungen anzuhalten, sich auf helfende Hände einzulassen, trifft auf hilfsbereite Menschen die man sonst nie kennengelernt hätte.
    Safe Journey home wünscht Ihnen
    Ingo Majonica

    • Hallo Herr Majonica,

      ich habe den Artikel gerade mal nachgelesen. Sehr ausführlich beschrieben. Ja genau das war es.
      Fahren Sie auch einen Defender und gehen Sie damit auf Reisen?
      Ja, eigentlich war das ja alles nicht schlimm und ich finde auch das es dazu gehört. Macht es irgendwie etwas spannender. 🙂
      Vielen Dank für die ganzen Kommentare. Die freuen uns jedes mal sehr.

      Beste Grüße

      Dennis Witschel

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