Gestern Abend bin ich dem ersten Bären in freier Wildbahn begegnet.

| |

Ich sitze an dem See. Schreibe. Bewege mich nicht viel. Musik habe ich eh nie an wenn ich in der “Wildnis” bin. Ich finde es gibt ohne Musik so viel mehr zu entdecken.

Das Feuer ist etwas runter gebrannt. Wenn ich erstmal schreibe und in Schwung komme dann vergesse ich oft weiteres Holz nachzulegen.

Dann passiert es. Ich sehe das sich im Augenwinkel etwas bewegt. Vorne am Wasser. Kenne ich schon wahrscheinlich eine Ratte.

Ich schaue genauer hin. Ganz schön groß für eine Ratte. Aber was ist es denn? Als wir uns tief in die Augen schauen sehe ich es. Ein Waschbär. Der wird sicher gleich abhauen wenn ich mich bewege.

Aber nein. Der kennt Menschen. Wahrscheinlich die Angler hier. Er schnappt sie auch gleich eine Dose Mais. Die hat ein Angler hier stehen gelassen.

Dann kommt er zielstrebig auf mich zu. Das Feuer scheint ihm keine Angst zu machen. Was für ein Feuer auch. Ist ja nur noch Glut. Ich muss ganz tief Luft holen. Dann dreht er ab.

Für mich ein krasses Erlebnis. Für den Waschbären wohl eher normal. Da ist der weiter als ich. Ich lege erstmal ordentlich Holz nach. Das war ja aber plötzlich ziemlich viel Natur auf einmal.

In der Nacht werde ich wach. Irgendwas stimmt nicht. Ich bin so im Bett verrutscht. Es wird doch wohl nicht ein Reifen platt sein und deshalb steht das Auto so schief. Es ist aber noch zu früh um nachzusehen. Ich schlafe weiter.

Am Morgen sind alle Reifen in Ordnung. Ich habe mich nur etwas schief hingestellt. Ist mir gestern gar nicht aufgefallen.

Ich fahre um 8:00 Uhr los.

Einkaufen muss ich nicht. Mir ist nach einem Stellplatz mit etwas Ruhe.

Eine halbe Stunde später habe ich 6 Plätze angesehen. Ich entscheide mich für einen großen Biwakplatz. Ganz offiziell. Niemand da. 4 Feuerstellen. Platz genug auch wenn noch andere kommen.

Ich suche mir den schönsten Platz aus. Gleich vorne am Wasser. Es gibt einen richtigen Strand und es dauert einige Zeit bis das Wasser tiefer wird.

Toll hier.

Leider kommt der Wind direkt vom See. Naja. Ich sammle erstmal Feuerholz.

Überall im Wald liegt Toilettenpapier rum. Was das wohl immer soll. Kann man doch auch in den Müll schmeissen oder ins Feuer. Im Wald sieht man das doch ewig. Muss ja echt nicht sein.

Ich mache mir Frühstück und Tee. Dann gibt es noch heisses Wasser für eine Dusche.

Als ich eine Mittagsstunde machen will kommt ein Mann aus Hessen vorbei. Fährt einen modernen Geländewagen und wir plaudern etwas. Er fährt eine Route aus dem Internet nach. Ah ha.

Das habe ich ja irgendwie noch nicht gemacht. Weiss ich auch nicht ob ich das will. Ich habe bis jetzt irgendwie immer selber den Weg gefunden. Hat da einer meiner Leser Erfahrung mit und sollte ich was darüber wissen?

Als ich noch mehr Feuerholz hole, komme ich auf eine Lichtung. Kein Wind, Sonne. Man ist das heiss hier. Schade das man von hier nicht auf den See schauen kann.

So liege ich also mit Fell und Decke in der Hängematte.

Es sind noch zwei Familien mit Kindern hier. Die nerven aber nicht. Eigentlich ist ja Ferienzeit und hier müsste es mega voll sein. Aber dieses Jahr ist eh alles anders. Ich habe sogar den Eindruck das der Wald besonders leer ist.

Previous

Tag zwei in Polen und ich frage mich warum ich nicht öfter hier bin.

We are here in poland and we speak polish. 

Next

Ein Gedanke zu „Gestern Abend bin ich dem ersten Bären in freier Wildbahn begegnet.“

Schreibe einen Kommentar