If you touch me again I fucking kill you.

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Heute mein Fazit zum Roskilde-Festival und der Bericht vom letzten Tag. 

Für den Festival Samstag ist Regen angesagt und er kommt auch. Den ganzen Vormittag über. Ich lasse mir Zeit mit dem Aufstehen. 

Als ich mich dann doch mal aufraffe, ist an der Strasse eine mega Stau. Was für eine Abreisewelle schon am Samstag morgen! Das Festival geht doch noch einen ganzen Tag! Und für Samstag sind noch gute Bands angesagt. 

Andererseits ist es sicher auch nicht einfach, es die ganzen Tag im Müll auszuhalten und das bei Wind und Lärm. Zu viel Schlafen werden auf einem Festival wohl nur die wenigsten. Aber dafür kommt man da ja auch nicht hin. Auf der anderen Seite sind 8 Tage aber auch eine Hausnummer. Da sollte man sich schon die Kräfte einteilen. 

Ich entscheide mich dazu, meinen Pfand abzugeben. Extra gesammelt habe ich jetzt nicht. Es sind eher meine Dosen und die die in meiner Nähe rumlagen. Auf dem Weg zur Pfandbude habe ich mich dann auch noch ein paar Mal gebückt. Es gibt verschiedene Arten von Buden. Welche an denen man bis 25 Teile abgegeben darf und welche bis 100. Dann gibt es auch noch einen Automaten. In den kann man Säcke schütten. 

Und für Großmengensammler, wie die Gypsis, gibt es noch extra Abgabe Stationen. Ich schätze, dass ich mehr als 25 Stück habe und weniger als 100. 

Die Station dafür wird von den Gypsis belagert. Die haben 20 riesige Säcke davor liegen und meinen ich soll mich hinten anstellen. Die Leute die die Sachen zählen, lassen sich extra Zeit dabei. 

So wird das nix und hinten Anstellen ist auch keine Lösung! Dann bin ich am Dienstag noch nicht dran. Also ganz nach Vorne. Dann geht das Gebrülle und Geschrei los. Ok. Die sind da nicht mit einverstanden. Ich auch nicht. Ich habe schon wieder Gewaltfantasien. Aber, dann gehe ich. Mir ist auch keiner nahegekommen. Es gab nur böse Blicke von beiden Seiten. Irgendwie wollen wir ja alle nur das Gleiche. Aber so wird das hier nix! 

Ich suche mir also eine weitere Station. 

Die, die ich im Sinn habe, finde ich nicht wieder. Dann halt eine auf dem Gelände. Da darf man nur bis zu 25 Stück abgeben. Ist aber nicht viel los. Ich komme gleich dran. Es sind so 80 Teile. Das Geld wird auf meiner Kreditkarte gutgeschrieben. Dabei kommen 85 DKK raus. Ein Burger kostet 70. Also viel Arbeit für nix. Aber auch zu schade zum Wegschmeissen. 

Später sehe ich, dass einige Pfandbuden gar nicht mehr auf haben und das in der Zeit, in der Viele abgeben wollen. So kann man das natürlich auch machen wenn man Geld verdienen möchte! Finde ich aber keinen guten Style. Auch, dass man nur hin und wieder die Becher and er Bude abgeben kann, wenn man ein neues Getränk kauft. Das ist alles nicht so ausgereift. Passt eigentlich gar nicht so zu dem Festival. Normal klappt das alles besser. 

Das Festival ist ja bargeldlos. Das klappt aber auch irgendwie nicht. Man kann am Armband einen Chip mit Geld aufladen. Bzw. das Geld vom Pfand darauf spielen lassen. Durch ein Versehen sind auf meinen Chip Zehn DKK gekommen. Die wollte ich dann an der Chip-Hilfestation auf meine Kreditkarte spielen lassen. Dabei ging es jetzt nicht so um die 10 DKK, sondern eher darum ob das Alles funktioniert. 

Als ich da nach langer Warterei endlich dran komme, sagt man mir, dass auf meine Chip kein Guthaben ist. Das hat also nicht geklappt. Vanessa berichtet mir von dem gleichen Fehler. 

So kann ich dem Ganzen nicht vertrauen. 

Aber jetzt mal zu den Bands. 

Mir wurde die Band Lizzy von Kai empfohlen. Der Text in der App hörte sich auch wirklich gut an. Sex geladener Rap mit einer Power Frau. Na dann mal los. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Die Powerfrau war sehr deutlich im dreistelligen Gewichtsbereich und hatte ein sehr enges und aufreizendes Bühnen Outfit. Das war so echt besonders. Irgendwie so ein bisschen wie ein Autounfall. Es ist schlimm und man möchte nicht hinsehen aber das geht nicht und man muss sich die ganze Show anschauen. Die Show war auch gut. Die Leute sind richtig mitgegangen. Da fiel es nicht schwer bis zum Schluss zu bleiben. 

Dann bin ich ins Zelt nebenan. Petrol Girls. Einen größeren Kontrast kann es nicht geben! Die kleine zierliche Sängerin erinnert mich sehr an Rage against the Maschine. So viel Wut und Power. Auch sehr politisch. Feministisch. Gut. Ich war in der ersten Reihe in der Mitte. Sehr gutes Konzert. 

Dann wollte ich noch kurz bei The Cure vorbei schauen. Als ich auf dem Weg dahin bin, sehe ich dass der Zugang zum Innercircle noch offen ist. 5 Min vor Konzertbeginn. Ich nutze die Chance und gehe vorne mit rein. 

Natürlich ist direkt vor der Bühne nix mehr frei, aber an der Seite. Zum Schauen super. Wirklich gutes Konzert. Friedliche Menschen. Gefällt mir. 

10 Minuten vor dem geplanten Konzert-Schluss gehe ich los. Damit ich da gut wegkomme. Ich mag es ja nicht so wenn die Menschenmengen sich alle bewegen. 

Es ist aber gar nicht so voll wie ich dachte. Sind halt schon viele los. 

Also ich dann auf dem Caravan Platz ankomme und noch mit ein paar Leuten spreche, merke ich dass The Cure immer noch spielt. Die haben satt überzogen. Schade, dass ich so früh los bin. 

Ich kann also sagen, dass ich meinen Frieden mit dem Festival gemacht habe. Der ganze Müll stört natürlich und so kann es nicht weiter gehen. Im Partylöwen Camp muss ich auch nicht mehr stehen. Das war aber auch doof von mir mich nicht gleich woanders hinzustellen. Mein Fehler. So sind die ja in Ordnung. Dieses Jahr haben die sogar komplett auf Mehrweg Becher umgestellt. 

Und lautestes Camp auf dem Caravan Platz sind die mit weiter Führung auch geworden. 

Ich komme also noch mal wieder. Ob es gleich im nächsten Jahr ist, weiss ich noch nicht. Es gab sehr viele tolle Konzert-Momente. Ich war mit großartigen Leuten unterwegs. Und manchmal habe ich mir vielleicht auch einfach selber im Weg gestanden. 

Danke an Alle die es zu einem großartigen Festival gemacht haben! 

Roskilde Festival 2019                     SH Luftfoto / Stiig Hougesen

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