Mir ist ein Licht aufgegangen und alle Lampen sind an.

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Ich bin etwas spät dran mit meiner Story von gestern. Jedenfalls, wenn man nach den Gewohnheiten der letzten Tage geht. Das könnte dafür sprechen, dass es viel zu berichten gibt – oder ich war hat einfach nur müde. 

Hauke hat mich die Tage darüber informiert, dass es in Polen auf dem Rallye Event eine Nachtetappe geben wird. Oh, gute Info. Dann wird es ja echt mal Zeit, dass ich das Licht auf dem Dach wieder in Ordnung bringe. Das wollte ich letztes Jahr schon hier auf dem Festival erledigen. Der Schweizer wollte mir helfen. Der macht das beruflich. Letztes Jahr hatten wir aber so viel zu tun, dass wir nicht dazu gekommen sind. 

Jetzt ist plötzlich erhöhter Leistungsdruck da. 

Nach dem wir drei Tage erfolglos versucht haben anzufangen, war es gestern soweit. Ich habe die Kabel verlegt und die ganze Arbeit gemacht. Der Schweizer hat die Stecker auf die richtigen Stifte gesteckt. Steffi hat alles was wir brauchten aus der Dachkiste gegeben. Das was wir nicht brauchten auch. Danke euch beiden. 

Jetzt geht das Licht wieder. Eine Birne ist defekt. Da bringt Hauke mir aber eine mit nach Polen. 

Um 17:00 Uhr wurde das Festival Gelände offiziell geöffnet. Ich mag das nicht, dann wollen immer alle auf einmal da rein. Zu den anderen Zeiten verteilt sich es von den Menschenmengen besser. Ich bin extra erst eine Stunde später hingegangen. Da war der Caravan Platz gefühlt auch schon komplett leer. So viele Leute sind vor mir aufs Gelände gegangen. Naja wird sich schon verteilen. Dachte ich. 

Doch weit gefehlt. 

Es hat sich später schon verteilt. Aber gleich nach dem Eingang bei der ersten Bühne waren viel zu viele Menschen. Das ist ja nix für mich. Nun behaltet bloß alle die Ruhe und geht weiter. 

Auf dem Rest des Geländes war es viel angenehmer. 

Einen großen Band-Plan hatte ich nicht. Ich wollte eher mal schauen, wie das Gelände aufgebaut ist und wo alles ist. 

Ich habe dann irgendwann festgestellt, dass ich hier sehr viele Leute kenne und die auch in der großen Menschenmenge erstaunlich schnell wieder finde. Das ist mit einer WhatsApp Gruppe auch einfach. Und man kann nach Fahnen der einzelnen Camps Ausschau halten. Dann kann man sich gar nicht verfehlen.

Ich habe mich dann treiben lassen und 7 oder 8 Bands geschaut. Nicht immer die ganzen Konzerte. Einige Konzerte waren ok. Andere eher richtig schlecht. Aber es war ein toller Abend. Ich bin immer mal wieder mit anderen Leuten unterwegs gewesen.

So gefällt mir das. 

Nachmittags habe ich ein paar Jungs an der Kaffebude getroffen. Wir haben schön gesessen und Kaffee getrunken. Ich hatte noch ein Teilchen dazu. Die Auswahl ist aber dieses Jahr nicht so doll. Zimtschnecken und Kekse. Die Kekse sind besser. 

Ein junges Mädel kommt von den Seite drückt mich etwas weg, dass ich Platz machen soll. Sie will da mit sitzen und möchte von meinem Kaffee trinken. Ah ha. Naja kannst ja mal probieren. Dann kippt ihr der Kaffee um. Alles über den Tisch. Kenne ich schon. Jetzt bloß aufpassen. Wo ist mein Geld? Wo ist mein Telefon? Wo ist meine Kamera? Ganz billiger Trick. 

Sie bleibt aber einfach sitzen und macht keine Anstalten mich zu beklauen. Ah ha. Neuer Trick. Jetzt mal besser noch mehr aufpassen. Sie findet uns alle ganz toll und möchte jeden umarmen. Die meisten von uns sind doppelt so alt wie sie. Ich mache lieber erst mal ein Foto von ihr. Die hat eigentlich eher das Alter von John. Hey John, wie haben hier was für Dich! 

John weiss gar nicht so schnell wie ihm geschieht. Ich will nicht sagen, dass er damit überfordert war. Nee das nicht. Jedenfalls nicht mehr oder weniger als alle anderen. Es ist jedenfalls sehr eindeutig, dass sie körperliche Nähe sucht. Sagt mal habt ihr noch alle eure Kreditkarten? Nix ist weg. 

Dann fällt mir wieder ein, dass mir mal Eine erzählt hat, dass Drogen so ein Verhalten hervor rufen können. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das jetzt als (m)eine Drogenerfahrung verbuchen kann. 

Als ich so gegen 1:00 Uhr in der Nacht zum Camp zurück komme und mir kalt ist und ich schlafen möchte, ist da noch voll Party. 

Es wird jedenfalls von einigen Leute so genannt. Also die Musik ist so laut wie es nur geht. Es sitzen ein paar Leute rum und schreien sich an. Es riecht nach Suff. 

Ich stelle mir Party etwas anders vor. Ist ja aber auch nicht schlimm. Ich muss da ja nicht mitmachen. Und ausserdem habe ich ja dieses Jahr eh einen Stock im Arsch wie mir gesagt wurde. Dann soll ich doch lieber zu Hause bleiben, wenn ich nicht trinken will und noch irgendwas in Englisch, das ich nicht verstehen konnte weil die Person so gelallt hat. Auf meine Bitte hin mir das doch noch mal nüchtern zu erzählen ist nix passiert. 

Ich bin also gleich zu Bett. Diesmal war es noch viel lauter, als in den letzten Tagen. Ich überlege, ob ich noch mal aufstehe und bekomme Gewaltfantasien. Lieber nicht. 

Ich mache mir Gehörschutz in die Ohren und versuche zu schlafen. 

Irgendwann merke ich dann, dass ich träume und freue mich. Alles ist so ruhig und schön. 

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