Nachträgliches Geburtstagsessen

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Also mal unter uns. Die Bratkartoffeln gestern sind nix geworden. Und das zum dritten mal in Folge. Und das auch noch auf meinem Geburtstag. Geburtstage sind also auch nicht mehr das was sie mal waren. Früher gab es wenigstens was tolles zu Essen und Kuchen. 

Ich bin heute morgen weitergefahren. 

Nach Neustettin zum Einkaufen. Gleich den ersten Supermarkt am Stadtrand. 

Der Magen hat ja schon geknurrt beim Aufwachen. Kein Wunder das die Hose rutscht. 

Wieviel Hunger ich tatsächlich habe merke ich erst beim Einkaufen. Ich finde alles toll und lecker. Zum Glück habe ich keinen Wagen mitgenommen sondern nur meine Einkaufstasche. Die ist schnell voll. In der anderen Hand trage ich auch noch was. 

Die Kasse ist irgendwie kaputt. 

Glaube ich. Ich soll an so einen „selbsteinscanding“ abrechnen. Hier Mädel das machst du. Ich will dir nicht auch noch deinen Arbeitsplatz wegnehmen. 

Die Sachen die sie für mich eingescannt hat darf ich erst in die Tasche packen als ich bezahlt habe. Warum erschliesst sich mir nicht so ganz. 

Auf dem Parkplatz gibt es erstmal Frühstück auf der Haube. Ich schaue mich etwas um. Dann fällt mir auf das der Diesel beim Supermarkt günstig ist. Also auch gleich noch mal vollgetankt. 

In die Stadt will ich nicht erst. Also gleich wieder in die Wildnis. 

Ich habe so eine Idee.

In 4 oder 5 Stunden soll es anfangen zu regnen. Ich habe vor ein paar Tagen einen tollen Platz gesehen. Da habe ich aber nicht übernachtet. Der war groß mit Mülltonnen und Schelter. Genau das was ich heute brauche. 

Ich mache mich auf den Weg. 

Mit dem Navi gibt es nur einmal Streit. Da stehe ich vor einem frisch gepflügten Acker und das Navi meint es geht gerade aus weiter. Schaffen würde der HBM und ich das schon. Aber das ist wirklich nicht meine Art über bewirtschaftete Flächen zu fahren. Da hatte doch jemand viel Arbeit mit. 

Es gibt sicher auch noch einen anderen Weg. So wie immer. 

Dann erreiche ich noch eine Furt. Das Wasser ist hoch. Ich bin alleine und kein Mädel dabei das im Bikini mal schauen kann wie tief das ist. Also noch mal einen anderen Weg suchen. 

Der Platz hat nur in meiner Erinnerung einen Schelter. In echt nicht. Schade. Rund um den See gibt es sehr viele Stellplätze. Keiner ist belegt. Aber es ist zu viel Wind hier. Also noch mal mit dem Navi diskutiert ob es nicht doch noch was besseres gibt. Ich wollte ja schon länger mal an einem Fluss stehen. Vielleicht ist das heute eine gute Idee. Da ist dann mit Glück auch nicht so viel Wind. 

Das Navi und ich werden uns einig. 

Erst ein Parkplatz am Fluss ein wenig später ein Schelter. Der ist im Moor bei der Quelle. 

Auf dem Weg dahin finde ich was richtig Gutes. So ist es ja oft. Zum eigentlichen Ziel komme ich gar nicht weil ich vorher was tolles finde. 

Von da sind auch die Fotos. Ich bleibe hier. Wind gibt es hier zwar auch. Aber der soll nachlassen. 

Feuerholz ist schnell gesucht. Es ist ungemütlich. Ich mache eine Mittagsstunde. 

Dann fängt es richtig an zu Regnen. Nicht so schlimm bin ja im Auto. 

Aber ich bekomme Hunger und dafür brauche ich ein heisses Feuer. 

In einer Regenpause baue ich das Tarp auf. Das geht sehr schnell und ohne Stangen. Ich habe mir den Platz dafür extra so ausgesucht. Alle Ecken des Tarps laufen genau auf einem Baum zu. Schon geil so ein Handwerker Augenmass. Ich bin stolz auf mich. 

Es regnet sich ein. Aber ohne Wind gar kein Problem. Fast gemütlich. 

Das könnte morgen auf dem Feldwegen interessant werden. So Wasserlöcher machen das ja nicht langweiliger. 

So jetzt aber mal Essen. 

Es gibt Rind und Knoblauch mit Sojasauce und Pfeffer. Von allem viel. Das ist eigentlich das perfekte Geburtstagsessen. Ich bekomme es richtig gut hin. Also richtig gut.  Sehr lecker. So habe ich in Thailand auch oft gegessen. 

Man gut das ich mich an die Dunkelheit im polnischen Wald schon gewöhnt habe. Hat bei einem anderen Trip auch drei Nächte gedauert. Der Hirsch ist nicht mitgekommen. Oder der hat bei Regen keine Lust Krach zu machen.  

 

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