Neuer Platz, neues Glück.

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Als ich heute morgen wach werde, habe ich den einen Gehörschutz noch in der Hand. Den anderen im Ohr. Muss ich wohl in der Nacht rausgenommen haben. Was tue ich mir hier eigentlich an? Das wolltest Du doch letztes Jahr schon nicht mehr! Ich habe mich ja extra etwas weiter weg gestellt. 

Aber, scheinbar nicht weit genug. Die Musik ist die ganze Zeit so laut, als wenn ich ein Headset auf habe. 

So kann es nicht weiter gehen! Kein Wunder, dass ich hier schlechte Laune habe wenn es immer so laut ist. Letztens bin ich ins Camp-Zelt gekommen. Die Musik maximal laut und niemand ist da. 

Dann kommt mir die Idee! Ich ziehe hier einfach auf dem Gelände noch mal um. Irgendwo hin wo es wenigstens in der Nacht mal leise ist. 

Ich mache einen Erkundungsspaziergang. Eine grobe Vision hatte ich schon vorher. 

Kurz noch mit ein paar Leuten gesprochen. Dann ist in zwölf Minuten alles reisefertig gemacht und ich kann los. 

Auf dem neuen Stellplatz will ich nix groß aufbauen. Kein Tarp und nix. Dann kann ich hier auch wieder wegfahren und bleibe beweglich. So fühlt es sich für mich gut an. 

Als ich auf dem neuen Parkplatz geparkt habe, fühlt es sich so an als wenn man mit einer Freundin endlich Schluss gemacht hat. Man hatte es die ganze Zeit schon vor. Wollte der Sache aber noch eine Chance geben. Der Körper hat sich schon lange dagegen gewehrt. Und nun ist es endlich soweit. Ich fühle mich großartig! Sehr befreiend!

Es scheint also vielleicht nicht das Festival im Allgemeinen zu sein was mir zwischendurch Kummer bereitet hat. Sondern das Camp, das ich selber mal ins Leben gerufen habe. 

Als ich umgezogen bin, kommt Bettina von den Amish zu mir und meint das sie froh sei, dass ich nicht ganz weggefahren sei und, dass sie sehr gut verstehen kann, dass ich einen Platz mit Ruhe brauche.

Das werde ich heute noch öfter hören. 

Steffi fragt mich gerade, ob wir nicht rumgehen wollen um ein paar Fotos zu machen. Sehr gute Idee! Für heute ist Regen angesagt. Staubig ist es eher nicht. Hat ja auch sein Gutes. Aber, ob es für Fotos das Richtige ist, wird sich noch zeigen.

Ich war lange duschen und es gab neue Klamotten.

Viel gegessen habe ich heute auch noch nicht.

Es sieht den ganzen Tag nach Regen aus. Also Stiefel und Regenjacke an und los.

Ich gehe Nachmittag aufs Gelände und schaue zwei Bands. Beide ok, aber auch nur ok.

Mir ist nach einer Mittagsstunde. Regnet eh‘. Mir ist kalt und ich will erst später Bands schauen.

Einen Wecker stelle ich mir nicht. Das wird schon klappen. Das Ganze stellt sich als sehr gute Entscheidung raus. Ich schlafe 90 Min ohne Halbzeit.

Dann ist mir warm. Ich bin fit und freue mich auf eine Nacht mit viel Musik. “Shame” und “Amy and the Sniffers” sind heute Nacht dran. Los geht es um 1:30 und um 2:30 Uhr.

Shame ballert mir von der ersten Minute gleich voll ins Gesicht. Großartig. Die können nur aus UK kommen. Ja genau! London! Der Bassist hat voll einen an der Pfanne. Nur am Rumspringen und Rumrennen. Nicht selten fällt er dabei hin. Sein Kabel kräuselt sich immer auf und ist eh viel zu kurz. Das imponiert mir sehr. Sehr viel Power die Band. Bis jetzt das beste Konzert des Festivals. Wegen solcher Momente komme ich hierher.

Danke an meine Freunde für die Empfehlung. 

Dann kommt “Amy and the Sniffers” aus Australien. Die Location ist viel kleiner und ein festes Gebäude. Wie im Konzert davor, stehe ich in der zweiten Reihe. Allerdings etwas an der Seite. So mag ich es gerne. Da kann man einigermassen ruhig stehen und gut gucken.

Auch die Band hat Power. Aber auch VoKuHiLa Frisuren. Und zwar alle. Auch ein sehr gutes Konzert. Ich schaue beide komplett.

Bis ich zu Bett bin ist es dann halb 5. Dabei fällt mir auf, dass es in der Nacht nicht richtig dunkel wird und das bei bewölktem Himmel.

Essen habe ich mir überwiegend gekauft.

Endlich habe ich ein Schokoteilchen gefunden, das vor Schokolade trieft. Sehr gut. Dazu Chai Latte.

Es gab Essig-Pommes. Auch sehr lecker.

Eine Fischfrikadelle mit Brot und Soße. War ok. Die habe ich gekauft, als bei allen anderen Ständen zu viel los war. Einen Apfel hatte ich auch noch. Aber das ist nun vorbei. Die sind alle. Es gibt natürlich aber auch Obststände auf dem Festival.

Die gute Nachricht des Tages ist, dass Niels heute nix getrunken hat und sogar gekocht hat.

Die schlechte ist, dass es regnet.

Luftfoto af teltområde på Roskilde Festival 2019                   SH Luftfoto
Luftfoto af Roskilde Festival 2019                                             SH Luftfoto

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2 Gedanken zu „Neuer Platz, neues Glück.“

  1. Bewundernswert ist Deine Ausdauer, aber manches scheint ja gut zu sein.
    Der Schokoladenkuchen sieht echt lecker aus, obwohl ich kein großer Küchenmesser bin.
    Freu Dich über etwas Regen, hier sind 36 Grad seit Ende Mai und keiner weiß, wann das endlich weniger wird.
    Viel Spaß weiterhin.

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