Reiseerinnerung: Marokko

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Mein Besuch in Marokko liegt jetzt ja schon einige Zeit zurück. Um genau zu sein war es 2017. Ich kann mich gar nicht mehr an alles erinnern. Darum habe ich mir mir Mal die alten Fotos rausgeholt.  Es kommt in Gesprächen immer wieder das Thema Marokko auf. Besonders wenn man irgendwo am Feuer sitzt. 

An was kann ich mich noch erinnern? 

Ich bin geflüchtet. Soll heissen, ich bin früher aus Marokko wieder abgereist, als ich es gemusst hätte. Dafür hatte ich dann noch 2 schöne Wochen in Spanien. 

Mir hat es da einfach nicht so gut gefallen. Das hatte verschiedene Gründe. Oft haben mich die Leute bedrängt irgendwas zu kaufen oder für irgendetwas zu bezahlen. 

Das Handeln hat mich auch gestört und ich habe es nicht gut hinbekommen. Irgendwie kein gutes Gefühl, immer der zu sein, der unnötig viel bezahlt. 

Dann war ich mit Volker und Karen unterwegs. Das war an sich super. Die Beiden haben viel fotografiert und ich habe dadurch viele tolle Fotos. Besonders auch welche, auf denen ich zu sehen bin. Vielen Dank nochmal. 

Aber ich war eben auch mit einem Paar unterwegs und da liegt es in der Natur der Sache, dass es deshalb vielleicht etwas schwieriger war. 

Ich glaube, ich würde Marokko noch mal eine Chance geben. Jetzt bin ich ja auch etwas älter und hoffentlich auch weiser geworden. 

Was habe ich noch in Erinnerung? 

Feuerholz zu finden war kein Problem und Feuer machen auch nicht. Das konnte ich jedesmal, wenn ich es wollte. 

Tolle Stellplätze gab es auch. Ich war aber auch oft auf Campingplätzen. Besonders in der ersten Zeit, als ich alleine unterwegs war. 

Ach ja, da habe ich mir ja auch noch die Spurstange krumm gefahren. Ich glaube, ich musste sie sechs Mal ausbauen und wieder gerade biegen. Eine neue Gebrauchte habe ich in Tan Tan gekauft. Die war doppelt so teuer wie eine neue bei mir zu Hause.  

Ach, das war da was. Wie da geschraubt wurde. Die Spur wurde nach Augenmass eingestellt. Als ich da mit dem Zollstock nachmessen wollte, wurde ich mit ganz großen Augen angesehen. Ich glaube, ich habe den Zollstock auch noch dagelassen. Ich weiss es alles nicht mehr so genau. 

An das Reinigen der Luftfilters im Ölbad erinnere ich mich auch noch. 

Da wollte ich den eigentlich nur nachsehen. Also ob der nach ein paar Tagen Wüste und Staub mal sauber gemacht werden muss. Sah noch gut aus und ich hätte den so wieder eingebaut. 

Aber das ging dann natürlich nicht. Die Jungs von der Werkstatt meinten, dass der umbedingt sauber gemacht werden muss. Mit Wasser und Waschmaschinenpulver. Dann musst ich mit einem Jungen zu einem Benzinhändler und da eine Flasche Benzin kaufen für die weitere Reinigung. Das wurde dann auf dem Bürgersteig gemacht. Oder war es andersrum? 

Der Filter wurde dann etwas ausgeblasen und kurz in der Sonne getrocknet. Zum Glück ist der Defender dann wieder angesprungen und weiter gut gelaufen. 

Das ich auf dem Markt keine drei Kartoffel kaufen konnte fällt mir jetzt auch wieder ein. Es würden nur 2 oder 4 gehen. Lange hat es gedauert, bis ich rausgefunden habe warum. Besser gesagt Karen ist es aufgefallen. Die passenden Gewichte für die kleine Waage waren nicht vorhanden und so konnte das Gewicht nicht ermittelt werden. 

Der Typ mit der Mofa auch noch. Der hat uns auch so abgezockt. Und ich war noch so dumm darauf reinzufallen. Das ärgert mich noch mehr. Da denke ich, dass ich schon so einige Tricks kenne. Aber nix da. Bei den einfachsten Sachen passiert es mir. In einer Stadt. Zweispurig. Rote Ampel. Fenster auf. Es ist warm. Der mit der Mofa quatscht mich an. Smalltalk. Nächste rote Ampel wieder. Wo ich denn hin will? Und warum ich nicht hierbleibe? Nächste rote Ampel. Hier wäre es doch so schön und es gebe einen tollen Campingplatz. 

Volker hält auch an. Wir bereden es. Eigentlich wollten wir noch eine halbe Stunde aus der Stadt rausfahren und dann am Wasser stehen. Aber Campingplatz würde auch gehen. Mal wieder duschen und so. 

Also ok. Er kann uns wie angeboten ja Mal den Weg zeigen. Wir fahren ein paar Kilometer in die andere Richtung und kommen dann zum Campingplatz. Da wären auch schon andere Deutsche und da vorne ist die Anmeldung. Ah ok. Danke. Dann melde ich uns mal an. 

Als ich wieder rauskomme, will er zehn Euro. Ah ok. Das ist zu viel. Wir handeln. Ausserdem hat er vorher nicht gesagt, dass es was kostet. Handeln will er nicht. Ach ok. Warum wird eigentlich Mal gehandelt und Mal nicht? Dann diskutieren wir oder wir dem was geben oder nicht. 

Der weiss jetzt ja wo wir übernachten und wenn wir den nicht bezahlen, dann sind morgen vielleicht die Reifen platt oder sowas. Also bekommt der seinen Zehner. Echt frech. Ich weiss nicht mehr das typische Gehalt eines Monats. Aber zehn Euro sind echt viel. Kann ich mich jetzt beim Schreiben noch drüber aufregen. Zwei Euro wären ja auch gut gewesen.

Eine Sim-Karte für günstiges Internet habe ich zum Anfang der Reise auch gekauft. Das war echt einfach. Nach 7 Minuten hatte ich Guthaben auf meiner Karte und mein Zweit-Telefon wurde vom Verkäufer eingerichtet. Ohne Mehrpreis und es gab auf der ganzen Reise keine Probleme damit. Vor der Reise habe ich mir Gedanken darüber gemacht wie ich das wohl hinbekomme. Vollkommen unbegründet. Das war mit Abstand das Einfachste.    

Toll war es natürlich auch, Mal richtig in einer Wüste zu fahren und da zu übernachten. Schon Besonders. Auch wenn die Wüste in Marokko natürlich eher klein ist.

Ich habe mein Archiv nochmal durchgesehen und möchte Dir die tollsten Fotos der Marokkoreise noch einmal zeigen. Vielen Dank an Volker und Karen. Die ausführlichen Storys und Liveberichte von damals gibt es hier. 

Hast du Marokko Reiserinnerungen? Schreib sie mir in die Kommentare. 

 

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5 Gedanken zu „Reiseerinnerung: Marokko“

  1. Hallo, weil du gefragt hast: Viele Marokkaner verdienen etwa 5-7 Euro am Tag. Ein angemessenes Trinkgeld für den Moto-Fahrer wäre nach meiner Meinung 1-2 Euro gewesen. Vom CP bekommt er auch noch Provi. Marokko hat eine ganz andere Kultur als Europa. Wenn du die Marokkaner besser verstehst wirst du dich dort auch besser fühlen. Informier dich doch mal bei Leuten die langjährige Erfahrungen in Marokko haben, wie Kasteninblau.de zum Beispiel. Marokko ist total spannend, total anders und hat das beste Wetter im Winter. Lass dich nochmal neu auf das Land ein!

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    • Hallo,

      vielen dank für die Info und die Ausführung zu dem Moto-Fahrer. Das mit kasten in blau ist interessant. Danke. Die haben auf ihrer Seite ja extra eine übersichtliche Marokko Rubrik. Sehr nützlich.
      Hatte ich gar nicht mehr dran gedacht.
      2018 habe ich die beiden ja in Portugal getroffen. Hier die Story von damals. Hoffentlich fällt denen jetzt vor lauter Sonnenschein jetzt nicht die Decke auf den Kopf.

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  2. Hallo Dennis,
    Wir waren 2018 in Marokko .was soll ich sagen , wir wollen dort wieder hin . Wir waren die ersten Tage dort alleine unterwegs, haben allerdings von unseren lieben Nachbarn und Freunden ,welche Marokko-erfahren sind sehr nützliche Tipps bekommen. In Afrika ticken die Uhren anders und man sollte Gelassenheit mitbringen. Wir waren dann mit den beiden im Land unterwegs und es hat sehr viel Spass gebracht.
    Ja , es wird dort gehandelt und viele möchten etwas verkaufen. Wenn man die Gepflogenheiten kennt und sich darauf einlässt hat man eine wunderbare Zeit dort.
    Herzlichste Grüße Hauke

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  3. Eine schöne Idee, viele kleine Erinnerungen aneinanderzureihen. Das gibt doch einen ganz guten Gesamteindruck.

    Und hoffentlich kann ich die Fotos von den abgetrennten Tierköpfen vergessen…

    Ich hatte mal eine zweiwöchige Reise durch Marokko geplant, habe aber dann leider den Flug verpasst:
    https://andreas-moser.blog/2015/02/09/flug-verpasst-kein-marokko/
    Ich Dummie. 🙁

    Das nächste Mal trampe ich lieber nach Spanien und nehme dann spontan eine Fähre.
    Von der Planung kann ich mich noch erinnern, dass es Übernachtungen für 10 € gab, dass es ziemlich schön ist, und dass irgendwo in der Wüste die Ruinen der Filmstadt stehen, wo “Black Hawk Down” gedreht wurde.

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  4. Ach, und zum Handeln/Feilschen fällt mir noch etwas ein, denn das geht mir auch tierisch auf den Zeiger.
    (Ich kenne es vom Basar in Israel und vom Sinai.)

    Im Iran gibt es etwas sehr Lustiges, das ich “Feilschen im Rückwärtsgang” nenne: Taarof.
    Es ist genau das Gegenteil vom Feilschen: Der Verkäufer oder zB in deinem Fall der Junge auf dem Moped würde auf eine Bezahlung verzichten, und du würdest dann etwas anbieten, das er wieder abschlägt, du insistierst aber, u.s.w.

    Ich weiß, es hört sich komisch an, deshalb habe ich es hier mal beschrieben:
    https://andreas-moser.blog/2021/01/17/taarof/

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