Stellplatzsuche, Unterschiede und Gesellschaft beim Essen.

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Der Stellplatz war super aber nachdem ich mich sehr lange mit einer Frau und ihren zwei Hunden unterhalten habe, bin ich dann doch weiter gefahren. 

Sie meinte der Pächter von dem Wald wäre so einer der alle anscheißt. Im Dorf mag den keiner und der zeigt alle an. Ist wohl von früher noch übergeblieben. 

Da habe ich keine Lust zu und fahre noch mal bei der Rennstrecke vorbei. Ich kann ja auch mal wieder duschen. Und ausserdem war es da abends am Feuer so lustig. So auch diesmal wieder. Mein Freund Jonny hat mir noch ein Mondfoto gemacht. Die Lichtverschmutzung hält sich hier echt in Grenzen und der Nachthimmel ist super. 

Am Morgen muss es dann weiter gehen. 

Ich suche einen Stellplatz. Bevor ich meinen eigentlichen Platz finde springt mich im Vorbeifahren noch ein anderer an. Da hat ein nettes Paar mit dem Boot festgemacht und die geniessen da die Sonne. Schön alleine sind sie hier. Ich bekomme Kaffee angeboten und wir plaudern nett. Einheimische. 

Von einer Übernachtung raten sie mir hier ab. Ich bin deren Meinung. Sie empfehlen mir genau die Badestelle die ich mir auch ausgeguckt habe. Dann kann die ja nur gut werden. 

Als ich ankomme packt gerade ein Radfahrer sein Zeug zusammen und zieht weiter. Netter Bursche. Kommt aus Berlin und fährt öfter mal mit dem Rad aufs Land. 

Die Badestelle ist groß. Es gibt einige schattige Plätze. Toll hier. Und so wirklich gar nix los. 

Ein Paar kommt mit Rädern vorbei und beide springen nackig ins Wasser. Die sind mutiger als ich. Scheint aber kalt zu sein. Die sind schnell wieder draussen. 

Ich bleibe die Nacht hier. Obwohl es erst Mittag ist. Mal sehen was noch passiert. 

Zwei Feuerstellen gibt es und ich habe erstmal eine Tüte voll Müll gesammelt. In der Hängematte habe ich einen guten Blick über den Platz und geniesse die Ruhe. 

Dann kommt wieder so ein Rentner und sagt lassen sie das mal nicht den und den sehen das sie hier stehen. Der zeigt sie an und dann gibt es Strafe.

Hatte er selber auch schon. Dann wieder die Runterspielung. Naja der muss ja auch erstmal hier vorbei kommen. 

Es ist kein Verbotsschild zu sehen. Aber irgendwie habe ich da jetzt auch keinen Bock zu. Es gibt hier ja noch andere Plätze. 

Also fahre ich noch mal weiter. 

Ich komme an einer Tanke vorbei. Bei knapp 800 gefahren Kilometern ist der Verbrauch auf dieser Tour genau 12 Liter. Da werde ich ja oft nach gefragt deshalb schreibe ich das noch mal. 

An der nächsten Badestelle ist nicht viel los. Soll mir recht sein. 

Auf einmal steht Pia vor mir. Sie hatte auch mal einen Defender. Das ist aber nicht mehr. Sie kann nicht schrauben und der Partner ist weg. Also auch keinen Defender mehr. 

Wir kommen ins Gespräch. Nach einiger Zeit frage ich sie ob wir zusammen essen wollen. Sie müsste dann bloß noch was einkaufen. Ich würde es dann auf dem Feuer zubereiten. 

Guter Plan. 

Ich sammle Holz und stelle mir wie immer die Frage ob es genug ist. Andreas hat mir ja noch was von dem Eichenholz dagelassen. Kleiner Protipp am Rande: Eiche ist nicht gut für die kleine Feuerstelle. Besonders nicht wenn die Stücke so groß sind. 

Es gibt Gemüsecurry in Kokosmilch. Schoko-Banane und viel schwarzen Tee.

Wir haben uns viel zu erzählen und ich erfahre viel über die Leute hier aus der Gegend. Sie ist auch zugezogen und ihr fallen die Unterschiede auch auf. 

Zum Beispiel das die Leute etwas überfordert sind wenn sie gegrüsst werden oder auch das sich hier niemand klar ausdrückt sondern es werden Andeutungen gemacht und lange um ein Thema drumrum geredet. 

Scheint noch viel mit dem Leben und Überleben in der DDR und der Stasi zu tun zu haben. 

Ich dachte eigentlich das wäre langsam vorbei aber scheinbar wird das noch vererbt. 

Ist jetzt nicht schlimm. Sind halt die Eigenheiten der Leute hier. Für mich ist es ungewohnt als Dithmarscher und ich komme damit noch nicht gut zurecht. Aber wir im Norden haben ja natürlich auch so unsere Eigenheiten. 

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