Tag zwei in Polen und ich frage mich warum ich nicht öfter hier bin.

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Gut geschlafen habe ich. Bis um 7:00 Uhr. Dann 2 1/2 Stunden im Defender an verschieden Storys gearbeitet. Als ich dann endlich aus dem Defender komme ist Martin schon am packen. So leise das ich ihn gar nicht gehört habe. Sehr angenehm. 

Dann erzähle ich dir mal von Martin. 

Der kam gestern Abend mit einer 650er BMW hier an. Gute Wahl. Leichtes Gelände und Reisemotorrad. Damit hat man es einfach und man lernt wieder mit wenig auszukommen. Er kommt gleich zu mir und stellt sich vor. Eh grüßen die Polen alle in der Wildnis. Sehr angenehm. 

Ich lade ihn zu Tee ans Feuer ein. Aber erstmal braucht noch jeder Zeit für sich. Lieber erstmal von weiten beobachten und sein eigenes Zeug erledigen. 

Martin ist leise, nicht aufdringlich und hat viel erlebt. Von was für Ländern der nicht alles spricht. Sein Englisch ist deutlich besser als meins und mir fehlen hin und wieder die Worte. Er redet zügig drauf los und ich muss gut aufpassen um alles zu verstehen. Das klappt nicht immer. Irgendwann landen wir dann auch noch bei Politik. So gar nicht mein Lieblingsthema.

Wir zeigen uns dann noch ein paar tolle Ecken auf der Karte. Super. So ist es halt wenn Leute zusammen passen und schon viel unterwegs waren. Ein wirklich großartiger Abend. 

Am anderen Morgen frage ich ihn nach SIM-Karten für Internet in Polen. Er weiss genau was ich will.

Kennt das Problem. Er gibt Tipps und sagt worauf ich achten soll. Ich kann mir gar nicht alles merken. Die Firma mit dem Frosch wäre weit verbreitet und ich soll schauen das mir der Verkäufer die Karte auch registriert. 

Ok. Also so wie immer. 

Meine deutsche Karte ist auch einfach zu teuer und ich habe immer zu wenig Datenvolumen. Egal wie viel ich habe. Es ist wie mit den Karabinern. Hast du viel, dann brauchst du viel. 

In Dänemark hat das mit der SIM-Karte ja super geklappt. Also mache ich mich mal auf die Suche. 

Ich fahre in die nächste Ortschaft. Wie heissen denn bloß die ganzen Firmen noch? 

In der Hauptstrasse sehe ich ein Schild mit dem Frosch. Das ja super. Ein Parkplatz ist auch schnell gefunden. 

Als ich in den Laden trete erwarte ich einen Mobilfunkanbieter mit kompetenten Mitarbeiterinnen die gutes Englisch können und mir sofort weiter helfen. Träumen wird man ja wohl noch dürfen. 

In echt ist es ein Supermarkt mit einer ohne mich schon überforderten Verkäuferin. Sorry, do you have prepaid Internet SIM-Card for Mobilphone? Sie schüttelt den Kopf. 

Schade auch. Ich glaube man kann nur Guthaben erwerben. 

Ich versuch es weiter. So groß ist die Ortschaft gar nicht und ich schaue schon wieder nach Stellplätzen. 

Die gibt es hier sehr viel. Ich ziehe kaum Nieten.

Einige Wege die ganz gut anfangen werden dann immer schmaler und wachsen so langsam zu. Ich finde da darf man die Hoffnung nicht aufgeben. Es geht ja immer irgendwie weiter. Der HBM hat mir unterwegs sogar noch einen Apfel gepflügt. 

Mit der SIM-Karte sieht es schlecht aus. Die Ortschaften sind dafür irgendwie zu klein. Sowas braucht hier niemand. 

Essen und Trinkwasser zu kaufen ist hingegen kein Problem. Ich kaufe wieder Kielbasa. Die Wurst mit den groben Stücken. Ich esse sie meistens wie Fahrwurst. 

Trinkwasser gibt es in 5 Liter Gebinden für 50 Cent. 

Irgendwann fällt mir dann ein das ich die SIM-Karte von Dänemark mal ausprobieren sollte. Also ob die hier auch funktioniert. Das ist zwar mit zusätzlichen Gebühren verbunden aber immer noch günstiger als Vodafone. Also ist das Problem auch gelöst. 

Ich bleibe erstmal hier in der Gegend. Es gibt Stellplätze ohne Ende und ich kann ohne Probleme jeden Nacht an einem anderen See stehen. Martin hat den selben Plan. Wir haben uns aber natürlich am Morgen gleich wieder getrennt. 

Den Stellplatz für die heute Nacht habe ich so gewählt das der Parkplatz etwas belebter ist. Vielleicht lerne ich ja wieder jemanden kennen. 

Dann merke ich aber, dass ich es natürlich nicht erzwingen kann. Hier sind nur Angler und die wollen ihre Ruhe und sprechen auch eher kein Englisch. 

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