Winch, Wetter, WLAN und Knüppel auf dem Kopf.

| | ,

Ich staune, wie gut ich gleich in der ersten Nacht geschlafen habe! Die Verbreiterung unserer Liegefläche war definitiv zielführend.
Um 8h starten wir in den Tag; nur schnelle Morgentoilette und los.
Bald haben wir einen netten Platz am See, mit Bank & Tisch gefunden, wo wir frühstücken können. Das Wetter ist kühl, aber trocken und soweit OK. Noch.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf. Ziel ist ein Stellplatz mit Steg am See, 150 km Fahrt.
Unterwegs noch kurz ein bisschen Proviant gekauft und los. Die Strecke führt uns über normale Straßen, aber auch Schotter- und Waldwege, welche mindestens grenzwertig für einen deutschen PKW wären. Kein Zweifel aber, dass hier jeder polnische Golf 2 mit 5 Mann Besetzung durch käme…
An der geplanten Stelle angekommen, folgt die Enttäuschung: der Platz ist vereinnahmt von… tja, von wem eigentlich? Keine Ahnung! Menschen, die in improvisierten Planen-Zelt-Konstruktionen leben und sich dort im Wald eine Art Siedlung errichtet haben. Da wir überhaupt nicht einschätzen können, was es damit auf sich hat, fahren wir weiter.
Wir versuchen uns dicht an einem der beiden Seen und im Wald zu halten.
Mittlerweile sind die Wege nur noch mit einem voll offroad fähigen Fahrzeug zu bewältigen. Meine erste echte Erfahrung dieser Art.
Und, damit mein erstes offroad Erlebnis auch ein echtes wird, tut Dennis mir den Gefallen und setzt ihn fest, den HBM. Er sitzt in der Mitte einer matschigen Fahrspur auf.
OK. Und nach viel gehörter Winch-Theorie, folgt nun Praxisteil Eins. Ganz schön spannend! Und Spaß macht es auch.

In meiner Brust beginnen zwei Offroad Herzen zu schlagen: Das mit der einen Pferdestärke, Allhuf und im Sattel und das mit den vielen Pferdestärken, Allrad und hinterm (OK neben dem) Lenkrad. Warum auch nicht. Beides ist OK und hat seine Zeit und nun ist diese Zeit. Wenigstens musste ich noch nie einen Gaul aus einem Matschloch winchen!
Am Ende finden wir ihn, den tollen Alternativstellplatz. Im Wald. Am See. Mit Steg. In Alleinlage.
Der Himmel ist derweil bedeckt und wir beschließen gerade noch rechtzeitig ein Tarp zu spannen.
Dann setzt der Regen auch schon ein. Und kalt ist es. Ich starte den Zwiebellook. Nicht laufstegfähig, aber praktisch.
Während Dennis ein Nickerchen macht, will ich endlich den Bericht von gestern hochladen und online stellen.
Wir haben einen WLAN Router an Bord und eigentlich klappt es auch gut mit dem Internet. Eigentlich. Hätte ich heute nicht wie doof Fotos gemacht. Diese nämlich lädt Dennis gerade auf seinem Laptop hoch. Folge: Leitung dicht. Nix geht mehr. Mein iPad und ich kommen dagegen nicht an.
Alternativprogramm: bis hierhin schreiben und abwarten.
Dennis wacht gerade auf. Mal einen Tee kochen ist jetzt bestimmt ne gute Idee.
Bericht von gestern lade ich dann nachher hoch, wenn die Bilder fertig hochgeladen sind.
OK, der gestrige Bericht hat es dann doch auch irgendwann ins WWW geschafft.
Nun erstmal Feuer machen und was Essen. Polnische Bratwurst. Lecker.
Danach hat Dennis die gute Idee, mir warmes Wasser für eine Dusche zuzubereiten. Das warme Wasser wird im Wassersack mit kaltem Wasser aus unserem See gemischt. Dann den Wassersack mit Duschgeschirr ausrüsten und… ja, und?! Und dann ist es passiert, das Malheur! Knüppel auf den Kopf! Autsch! Was war los? Der Wassersack wird an einem über einen Ast geworfenen Seil hochgezogen. Gute Idee. Leider aber war der auserwählte Ast zwar dicker Statur, aber auch fett morsch. Das Ergebnis waren Tränen und eine dicke Beule. Gottseidank nicht mehr!
Der nächste Versuch glückte und ich konnte diese Walddusche so sehr genießen wie selten eine Dusch zuvor. Herrlich! Nun ist es 21h und wir sitzen tippend am Feuer. Mein erstes polnisches Bier dieses Jahr schmeckt mir ausgesprochen gut! Nastrowje!

 

Previous

Polen im Regen.

Keep the fire burning.

Next

Schreibe einen Kommentar